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„Training“ für die Spitzensportforscher

22.04.2009 - Frühjahrsschule ist „Ausgewählter Ort“ im „Land der Ideen“
„Training“ für die Spitzensportforscher

IAT-Direktor Prof. Dr. Arndt Pfützner begrüßt die Teilnehmer der Frühjahrsschule.

Wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien den Spitzensport unterstützen, darüber informieren sich am 22. und 23. April Trainingswissenschaftler, Verbandsvertreter, Olympiastütz-punktmitarbeiter, Informatiker, Biomechaniker, Ingenieure und Studenten bei der Frühjahrsschule am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig. Zum Auftakt der Veranstaltung wird das IAT als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Als zentrales Forschungsinstitut des deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssports unterstützt das IAT rund 1.000 Spitzensportler und ihre Trainer mit trainingsfachlicher Expertise und innovativen Entwicklungen. Unabdingbar für die Wissenschaftler sind dabei Informations- und Kommunikationstechnologien. „Mit der mittlerweile 11. Frühjahrsschule hat das IAT ein Innovationsforum etabliert, in der aktuelle Anwendungen solcher Technologien in der angewandten Trainingswissenschaft und ihr unmittelbarer Nutzen für die Praxis vorgestellt und diskutiert werden“, erklärte IAT-Direktor Prof. Dr. Arndt Pfützner zum Auftakt der Veranstaltung. Ein Wesensmerkmal der angewandten Forschung am IAT sei, dass die Forschungsergebnisse schnell und verständlich bei Trainer und Athleten ankommen und dazu tragen die zur Frühjahrsschule präsentierten Entwicklungen bei, so Pfützner. „Schließlich ist erfolgreicher Spitzensport international ohne Trainingswissenschaft in Verbindung mit High-tech nicht mehr möglich“, konstatierte der IAT-Direktor.

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Preisverleihung zum Ausgewählten Ort im Land der Ideen - Von links: Mike Rösler, Dr. Klaus Wagner, Prof. Dr. Arndt Pfützner

Dass die Arbeit des IAT nicht nur im Spitzensport anerkannt ist, zeige die diesjährige Auszeichnung als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. „Wir sind stolz, dass unser Institut unter mehr als 2.000 Bewerbern zum Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ gekürt wurde“, betonte der IAT-Direktor. Der gemeinsame Wettbewerb der Deutschen Bank und der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler.

Deren Repräsentant Mike Röseler, Leiter des Investment und FinanzCenters der Deutschen Bank in Leipzig, unterstrich bei der Preisverleihung: „Für Spitzensportler ist das optimale Training eine entscheidende Grundlage für den Gewinn von Medaillen. Das IAT stellt in seiner ‚Frühjahrsschule‘ Anwendungen modernster Informations- und Kommunikationstechnologien vor, mit denen die Wissenschaftler Sportler und Trainer bei Leistungsdiagnosen, Wettkampfanalysen oder computergestütztem Techniktraining unterstützen. Das ist beispielhaft für Deutschland und leistet einen wichtigen Beitrag für unsere sportliche Zukunft.“

Dass Informations- und Kommunikationstechnologien aus der Forschung für den Leistungssport längst nicht mehr wegzudenken sind, legte Dr. Klaus Wagner, wissenschaftlicher Leiter der Frühjahrsschule, in seinem Einführungsvortrag dar. „Am IAT bilden Mess- und Informationssysteme, in denen Rechen-, Mess-, Video- und Kommunikationstechnik in einem System zusammengeführt sind, eine wesentliche Voraussetzung für die wirksame und effektive Trainingssteuerung“, erläuterte er. „Sie sind zum einen Grundlage für eine Trainingswirkungsanalyse, unterstützen zum anderen aber auch immer stärker den eigentlichen Trainingsprozess.“

Eines dieser Systeme ist der Messplatz Diskus, an dem die Athletinnen und Athleten trainieren, um technischen Defiziten auf die Spur zu kommen. Mithilfe von Messplattformen im Ring können beim Messplatztraining Daten wie Geschwindigkeiten, Richtung und Kräfte der Drehbewegung erfasst, mit synchronen Videoaufnahmen gekoppelt und dann unmittelbar an Sportler und Trainer weitergereicht sowie im Training verarbeitet werden.

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Biathlon-Olympiasieger Ricco Groß am Schießmessplatz.

Der Schießmessplatz Biathlon kommt beispielsweise in der Leistungsdiagnostik zum Einsatz. Zur Frühjahrsschule demonstrierte der Olympiasieger im Biathlon und angehende Trainer Ricco Groß wie beim Schießen Anschlagsstabilität und Gewehrmündungsschwankung, aber auch mit bloßem Auge nicht erkennbare Schießtechnik-parameter bestimmt werden können. „Mit dem System des IAT erhält der Sportler unmittelbar ein Feedback, an welchen Teilleistungen er arbeiten muss, um sein Ergebnis zu verbessern“, so Dr. Wagner.

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Europameister Paul Biedermann (SV Halle) im Strömungskanal Schwimmen.

Eine der neusten Entwicklungen ist das Mess- und Informationssystem Strömungskanal Schwimmen, das Europameister Paul Biedermann während des Festakts vorstellte. Die Wissenschaftler des IAT nutzen die Anlage u. a. für Untersuchungen im Rahmen der Leistungsdiagnostik oder zum Techniktraining. Dabei ermöglichen Videoaufnahmen computergestützte Analysen der Bewegungsabläufe.

Drei Beispiele, die zeigen, wie sich die Forscher des IAT Informations- und Kommunikationstechnologien bedienen, um den Stand der Leistungsentwicklung zu ermitteln, die Wirksamkeit des Trainings zu unterstützen und so letztendlich die sportliche Spitzenleistung zu optimieren. Weitere Beispiele lernten die Teilnehmer der Frühjahrsschule während des zweitägigen wissenschaftlichen Vortragsprogramms kennen, das sowohl von Experten des IAT, als auch von externen Referenten gestaltet wurde.

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