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3. ccc-Technologiepreis vergeben

15.05.2018 - Als Höhepunkt der 19. Frühjahrsschule "Technologien im Leistungssport" haben IAT und ccc Software GmbH am Mittwoch den 3. ccc-Technologiepreis verliehen.
3. ccc-Technologiepreis vergeben

Preisträger Peter Blank (li.) mit ccc-Geschäftsführer Jens Heinrich

Peter Blank hat den mit 2000 Euro dotierten ccc-Technologiepreis gewonnen. Der Diplom-Ingenieur für Mechatronik ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und entwickelte innerhalb seiner Promotionsarbeit – die er in diesem Jahr einreichen wird - ein Echtzeitfeedbacksystem im Tischtennis. Hilfreich waren dabei seine Erfahrungen aus der Sensorik- und Hardwareentwicklung.

Bisher erfolgen Analysen in der Sportart Tischtennis ausschließlich über die Auswertung von Videoaufnahmen. Deshalb nahm sich der selbst leidenschaftliche Tischtennisspieler der Problematik an, ein Messsystem aus Bewegungs- und Vibrationssensoren komplett im Schläger zu integrieren, um in Echtzeit Daten für ein optimales Training zu erhalten. Dabei werden verschiedene Parameter erfasst, die Auskunft zum Schlagrepertoire, Treffpunkt am Schläger, Rotation und Geschwindigkeit geben. Mittels einer mobilen Applikation erhält der Spieler diese Informationen im Anschluss seines Trainings. Beispielsweise wichtige Daten für einen Sportler im Spitzenbereich: Man erkennt, ob ein Ball zu früh oder zu spät geschlagen wurde, erläutert der Wissenschaftler.

Derzeit ist das Messsystem noch nicht komplett unsichtbar im Schläger integriert. Kleine Kabel um den Rand verraten die versteckte Elektronik. Durch entferntes Material aus dem Griff ist der Schläger jedoch nicht schwerer. Der nächste Schritt ist nun die vollständige Integrierung der Elektronik. Dazu sind jedoch Kooperationen mit Firmen nötig. Anfänge dazu sind laut Peter Blank schon gemacht.

Geschäftsführer Jens Heinrich der ccc software gmbh, die den Preis sponserte, sagte, dass die Jury vom Vortrag überzeugt war. Mit dieser Entwicklung könnte tatsächlich im Tischtennis eine Beschleunigung des Analyseprozesses erreicht werden. „Wir glauben, dass die Entwicklung schon sehr nahe an der praktischen Umsetzung ist“, begründete Heinrich die Entscheidung der Jury.  Die Leiterin der Frühjahrsschule des IAT, Dr. Ina Fichtner, betonte das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten und der Präsentationen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

TPreis2018
Preisträger, Nominierte und Jury des 3. ccc-Technologiepreises

Aus den eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten wurden vier von einer Jury ausgewählt, die während der Frühjahrsschule im Rahmen der Technologiepreis-Session präsentiert wurden. Die Jury bestand aus Vertretern der ccc, des IAT, des FES, der OSP, universitären Sportwissenschaft sowie der Spitzenverbände.

Die Zielstellung des ccc-Technologiepreises ist es, zukunftsweisende und anwendungsorientierte Ansätze zu innovativen Technologien und deren Potenziale, Grenzen und Nutzungsszenarien im olympischen Spitzen- und Nachwuchsleistungssport zu identifizieren. An der Ausschreibung konnten sich Mitarbeiter der Olympiastützpunkte und Verbände, universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen sowie Firmen beteiligen, die in Verbundprojekten mit Sportorganisationen oder Forschungsinstituten arbeiten.

Zur 19. Frühjahrsschule einschließlich aller Beiträge der Preisträgersession wird zum Jahresende ein Band der IAT-eigenen Schriftenreihe Angewandte Trainingswissenschaft (Meyer& Meyer Verlag Aachen) veröffentlicht.


Weitere Impressionen vom 2. Tag der Frühjahrsschule gibt es hier.

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