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Forschung am IAT: für den Sportler, mit dem Trainer

31.07.08 - Zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Peking hatte Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble am 2. Juni das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft besucht, um sich über die Forschung für den deutschen Leistungssport zu informieren.
Forschung am IAT: für den Sportler,  mit dem Trainer

Bundesinnenminster Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt Ringer Felix Menzel

Für Institutsdirektor Prof. Arndt Pfützner war der Besuch ein voller Erfolg: "Wir konnten dem Bundesminister vermitteln, wie wir am IAT die Einheit von Forschung und Wissenstransfer realisieren und so den manipulationsfreien Spitzensport unterstützen."

Im Ergometriezentrum stellte Prof. Pfützner zunächst die Arbeitsweisen und Forschungsschwerpunkte des IAT vor. Derzeit würden 19 Sportarten am IAT betreut und mit den Radsportlern und Ruderern wünschten weitere Verbände zukünftig eine Kooperation mit dem IAT, so Pfützner. Die gesteigerte Nachfrage nach wissenschaftlicher Unterstützung zeige, dass die Arbeit des IAT bei den Spitzenverbänden anerkannt ist. "Das ist sehr erfreulich, allerdings stoßen wir damit auch langsam an die Grenze unserer Kapazitäten", erläuterte der Direktor.

Mit Mittelstreckenläufer Wolfram Müller (LG Asics Pirna) auf dem Laufband, dem ehemaligen Weltklasse-Skilangläufer An­dreas Schlütter auf dem kippbaren Laufband und Kanutin Gesine Ruge (SC DHfK Leipzig) auf dem Kanuergometer demonstrierten die Wissenschaftler des IAT dem Ehrengast die vielfältigen Möglichkeiten für Leistungsdiagnostik und Messplatztraining in den Ausdauersportarten. "Auf unserem kippbaren Laufband können unsere Skilangläufer und Biathleten bereits die Olympiastrecke von Vancouver trainieren", erklärte Pfützner. Denn anhand des in den Computer eingelesenen Streckenprofils lassen sich Steigung und Gefälle auf dem Laufband automatisch einstellen.

In der Testhalle wurde der Minister von der stellvertretenden Institutsleiterin PD Dr. Karin Knoll begrüßt, die Schäuble das Messplatztraining in den kraft-technik-orientierten Sportarten Speerwurf, Gewichtheben und Gerätturnen vorstellte. Mit dem Mess- und Informationssystem Wurf/Stoß haben die Wissenschaftler beispielsweise festgestellt, dass Speerwerfer Timo Häber (LAZ Leipzig) zwar einen schnelleren Anlauf als die Weltspitze hat, diesen Vorteil jedoch auf den letzten drei Schritten verliert. Um die Abwurfgeschwindigkeit zu erhöhen, müsse genau an diesen letzten Schritten vor dem Abwurf gearbeitet werden, erklärte PD Dr. Frank Lehmann, Leiter der Fachgruppe Wurf/Stoß am IAT.

Nach den Demonstrationen nahm sich der Bundesinnenminister Zeit für Gespräche mit den Athleten. Kugelstoßer Peter Sack (LAZ Leipzig) wünschte er viel Erfolg bei den Olympischen Spielen und bei Turner Michael Sawatzky (SV Halle) erkundigte er sich nach dessen beruflichen Zielen. Neben dem Leistungssport sei eine fundierte Berufsausbildung sehr wichtig, gab Schäuble dem 16-jährigen Nachwuchsathleten mit auf den Weg.

Mit einer Übung am Rollsimulator Ringen von Junioren-Europameister Felix Menzel schloss die Präsentation für den Bundesminister. Dieser würdigte die prozessorientierte Forschung des IAT für den Sportler und mit den Trainer als wichtigen Beitrag zur internationalen Chancengleichheit deutscher Athleten.

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