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Für zukünftige Olympiaerfolge „made in Sachsen“

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15.05.2014 - Sächsischer Skisport bündelt Kräfte in einem einzigartigen Modellprojekt für Deutschland
Für zukünftige Olympiaerfolge „made in Sachsen“

Besiegelten die Kooperation im Projekt „Gemeinsam an die Skispitze“: Markus Ulbig (Sächsischer Staatsminister des Innern), Arndt Pfützner (IAT), Thomas Pfüller (DSV), Ulrich Franzen (LSB), Ronny Kaiser (SVS) und Ulf Tippelt (OSP CH/DD)

Die Auswertung der Olympischen Winterspiele lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Deutschland ist nicht mehr die Nummer eins im Wintersport. Die Gründe sind vielfältig und lassen sich bereits auf Nachwuchsarbeit zurückführen. Deshalb haben sich nun die verantwortlichen Organisationen für ein deutschlandweit einzigartiges Projekt zur Talentidentifikation und -entwicklung im Biathlon und nordischen Skisport in Sachsen zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Gemeinsam an die Skispitze“ fiel am 15. Mai in Dresden der Startschuss.

Initiiert wurde das Projekt vom Deutschen Skiverband (DSV), dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) und dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), dem in Leipzig ansässigen zentralen Forschungsinstitut des deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssports. Weitere Partner sind der Skiverband Sachsen, der Landessportbund Sachsen sowie der Olympiastützpunkt Chemnitz/Dresden. „Ein zentrales Ergebnis unseres Nachwuchsleistungssport-Symposiums 2013 in Leipzig war, dass wir in Deutschland kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsdefizit im Nachwuchsleistungssport haben“, erläutert IAT-Direktor Prof. Arndt Pfützner. Um aktuelle Forschungsergebnisse in der Sportpraxis wirksam werden zu lassen, haben die Leipziger Trainingswissenschaftler das sächsische Modellprojekt „Gemeinsam an die Skispitze“ angeschoben und im SMI schnell tatkräftige Unterstützung gefunden. In dem Projekt sollen sportartübergreifende Konzeptionen erarbeitet werden, die eine vielseitige Ausbildung bis zum Beginn des Aufbautrainings gewährleisten. Dabei werden vor allem Synergien zwischen Skilanglauf und Biathlon einerseits sowie Skisprung und der Nordischen Kombination andererseits angestrebt.

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Das Sächsische Staatsministerium des Innern unterstützt das Projekt mit 280.000 €.

Das Sächsische Staatsministerium des Innern fördert den Nachwuchsleistungssport im Projekt „Gemeinsam an die Skispitze“ über drei Jahre mit insgesamt 280.000 Euro. Damit werden bessere Voraussetzungen geschaffen, dass Nachwuchsleistungssportler an die Weltspitze herangeführt werden können. Innenminister Markus Ulbig: „Wir Sachsen sind im Skisport sehr erfolgreich. Mit der Förderung des Nachwuchsleistungssports schaffen wir ein breites Fundament, damit auch Erfolge in Zukunft möglich sind. Als Bindeglied zwischen Breitensport und Spitzensport stellt sich der Freistaat seiner Verantwortung für den Nachwuchsleistungssport und unterstützt das Projekt des IAT.“

Der Deutsche Skiverband erhofft sich vom sächsischen Modellprojekt eine Initialzündung für ganz Deutschland, wie Generalsekretär Thomas Pfüller betont: „Für die nachhaltige, erfolgreiche Talententwicklung brauchen wir langfristige Konzepte, die eine Kooperation der Sportarten in jungen Trainingsjahren vorsehen. Dabei ist es wichtig, dass diese wie im Modellprojekt für den Skisport in Sachsen bei den Trainern in Vereinen und Stützpunkten ansetzen, ohne die der langfristige Leistungsaufbau nicht funktionieren kann.“

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IAT-Direktor Arndt Pfützner stellt die Ergebnisse der Olympiaanalyse vor.

Ein zentraler Baustein des Projekts ist das entsprechend der jeweiligen Altersgruppe richtige Training, um Leistungsvoraussetzungen zu entwickeln und die Belastbarkeit zu sichern. Bis zum Beginn des Aufbautrainings müsse beispielsweise ein Schwerpunkt auf der vielseitigen nordischen Grundausbildung liegen, so Pfützner. Innerhalb des sportartübergreifenden Ansatzes sollen Anforderungsprofile für die einzelnen Sportarten geschärft und so talentierte Nachwuchssportler auf die Disziplin orientiert werden, in der die jeweils besten Entwicklungsperspektiven bestehen. Die Talentsuche ist ein weiterer Schwerpunkt. Durch das gemeinsame Projekt sollen mehr talentierte Kinder für ein leistungsorientiertes Training an den Standorten Altenberg, Klingenthal und Oberwiesenthal gewonnen werden. Um dies zu erreichen, wollen die Projektpartner bestehende Testverfahren zur Auswahl von Talenten überarbeiten und erfolgreiche Maßnahmen zur Talentgewinnung weiterentwickeln und fördern

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Wollen gemeinsam an die (Ski-)Spitze: Sachsens Sportorganisationen und die am Projekt beteiligten Trainer in den nordischen Skisportarten und im Biathlon

Gerade im vielschichtigen Nachwuchsleistungssport sei es wichtig, die zahlreichen Verantwortungsträger wirksam zusammen zu führen, so IAT-Direktor Pfützner. Alle Aufgaben innerhalb des Projekts sollen deshalb gemeinsam mit allen Trainern und Verantwortlichen geplant und durchgeführt werden. Zugleich soll der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen und Standorten gefördert werden. „Gemeinsam wollen wir unsere Stärken besser nutzen und ausbauen und bestehende Schwachstellen abbauen, um zukünftig wieder mehr sächsische Athleten an die Weltspitze zu führen“, erklärt Pfützner.

Mit dem Startschuss geht das Projekt „Gemeinsam an die Skispitze“ nun erst richtig los. Als erster Schritt wird eine detaillierte Situationsanalyse durchgeführt. Auf deren Grundlage werden gemeinsam mit allen Trainern und Projektpartnern die nachfolgenden Maßnahmen (Bsp. gemeinsame Lehrgänge) präzisiert.

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter:

www.sport-iat.de/skispitze

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