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Neuer Strömungskanal Schwimmen an IAT übergeben

11.11.2008 - Nach gut anderthalbjähriger Bauzeit wurde heute der neue Strömungskanal Schwimmen an das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig (IAT) und die Universität Leipzig übergeben. Mit der neuen Anlage wurden die Möglichkeiten für die Vorbereitung der deutschen Athleten auf die Olympischen Spiele in London 2012 erweitert.
Neuer Strömungskanal Schwimmen an IAT übergeben

Juliane Reinhold, Britta Steffen, Toni Franz und Maria Götze geben das Startsignal für den neuen Strömungskanal.

Der Strömungskanal ist als Mess-, Untersuchungs- und Trainingsbasis in der Disziplin Schwimmen einzigartig in Deutschland. Auch international ist er die modernste und innovativste Einrichtung dieser Art. Baubeginn war im Juli 2007. Der Bund und der Freistaat Sachsen investierten ca. 4,8 Millionen Euro in den Neubau. Die Projektleitung erfolgte durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) in Zusammenarbeit mit der Firma TZ (Technisches Zentrum, Entwicklungs-und Handelsgesellschaft mbH Leipzig), die weltweit als einziges Unternehmen Strömungskanäle dieser Art baut.

Der Strömungskanal ist ein eigener Baukörper, der durch einen gläsernen Gang an die Schwimm- und Sprunghalle der Universität Leipzig angeschlossen ist. Durch den Standort ergeben sich kurze Wege für alle Nutzer der Einrichtung.

Der alte Strömungskanal im Keller der Universitätsschwimmhalle wurde abgebrochen, da er baulich und technisch nicht mehr den hohen Anforderungen an den modernen Schwimmleistungssport entsprach. Vor Baubeginn erfolgten umfangreiche Variantenuntersuchungen, ob ein Neubau, eine Sanierung oder ein umfassender Umbau vorgenommen werden soll. Die Studie ergab, dass nur durch einen eigenständigen Kanalneubau als Anbau an die Schwimmhalle optimale Bedingungen erzielt werden können.

Einweihung Strömungskanal Schlüsselübergabe
IAT-Direktor Prof. Arndt Pfützner (Mitte) und Prof. Franz Häuser, Rektor der Uni Leipzig (rechts), erhalten den symbolischen Schlüssel aus den Händen von Dr. Michael Antoni, Abteilungsleiter des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen.

Mit dem neuen Strömungskanal wird die Basis für eine sportpraxisnahe wissenschaftliche Arbeit des IAT beträchtlich erweitert. Mit diesem Mess- und Informationssystem können neue Akzente in der sportartspezifischen interdisziplinären Forschung im Hochleistungsbereich der Sportarten Schwimmen und Triathlon gesetzt werden. Schwerpunktmäßig wird die Einrichtung für Untersuchungen im Rahmen der Leistungsdiagnostik für die Kadersportler der Nationalmannschaft und die besten Nachwuchssportler Sachsens, für Untersuchungen zur Wirkungsrichtung von Trainingsmitteln sowie zum Messplatztraining (Sprinttraining, Techniktraining-Optimierung der Bewegungsabläufe in der zyklischen Bewegung der Schwimmarten) genutzt. Neben dem IAT nutzt den Strömungskanal die Universität Leipzig (Sportwissenschaftliche Fakultät) zur Ausbildung von Spezialisten im Leistungs- und Behindertenleistungssport sowie der Olympiastützpunkt Leipzig zu Trainingszwecken.

 

Ausstattung des Strömungskanals

Der komplett aus Edelstahl gefertigte Schwimmkanal ist ca. 19 m lang; 4,5 m breit und ca. 5,5 m hoch. Der Bereich, in dem sich der Schwimmer bewegt, ist 7 m lang, 4 m breit und 1,5m tief. Gegenüber dem alten Kanal ist dieser Bereich etwa drei Meter länger, eineinhalb Meter breiter und einen Viertelmeter tiefer. Damit wurden die Bedingungen für die in der Regel groß gewachsenen Schwimmer wesentlich verbessert. Neu ist auch der Hubboden, mit dem sich die Tiefe des Beckens stufenlos regulieren lässt: von 1,50 m für Schwimmen, über 1,25 m für Reha- Erwachsene bis zu 1,00 m für Reha-Kinder. Die Wassertemperatur lässt sich zwischen 26° - 29° C regulieren. Neben dem Kanal befindet sich ein Entspannungsbecken mit einer Wassertemperatur von 32° C.

Der Leipziger Spitzenschwimmer Toni Franz durfte als einer der Ersten den neuen Strömungskanal testen.
Der Leipziger Spitzenschwimmer Toni Franz durfte als einer der Ersten den neuen Strömungskanal testen.

Die Strömungsgeschwindigkeit lässt sich rechnergestützt von 0,2 m/s bis 2,5 m/s einstellen. Dabei ermöglicht es die Technik im neuen Strömungskanal, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers an jeder Stelle des Kanals gleich ist. Durch eine Modernisierung des Luftabsaugesystems konnte der Luftanteil im Wasser reduziert und damit die Bedingungen für die  Bewegungsanalyse verbessert werden. Die Bewegung des Schwimmers kann so optimal durch Videokameras erfasst, im Computer gespeichert und mittels Beamer großflächig an die Wand projeziert werden. Die gesamte Steuerung des Kanals erfolgt von einem Bedienraum aus.

Im Gebäude sind zudem Sanitär- und Umkleideräume (auch für Behinderte), ein Kraftraum sowie Technikräume untergebracht. Der Strömungskanal ist senioren- und behindertengerecht ausgestattet. Er verfügt über ein Unterwasserfenster, eine fahrbare Brücke über die Gesamtbreite des Beckens und einen behindertengerechten Pool-Lift.

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