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Trainergespräch "Von Pyeongchang 2018 nach Peking 2022"

Mit Blick in die Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft schließen. Unter diesem Aspekt haben sich am 20. Juni rund 40 Trainer und Funktionäre aus acht Wintersportverbänden am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig getroffen, um über Konzepte, Trainingsmethoden, Leistungsfaktoren und –reserven gemeinsam mit IAT-Wissenschaftlern zu diskutieren. Mit dabei waren auch Vertreter des DOSB und des FES.

Ausgangspunkt waren die erfolgreichen Winterspiele in Pyeongchang  2018. Wie ist es in einigen Sportarten gelungen – trotz immer enger werdender Leistungsdichte – so viele Medaillen zu erkämpfen? Und warum wurde in einigen Sportarten der Anschluss an die Weltspitze verloren? Nach Impulsvorträgen von IAT-Direktor Dr. Ulf Tippelt und Michael Nitsch vom FES zu trainingswissen­schaftlichen und technologischen Aspekten folgten Gespräche in Arbeitsgruppen. Darin wurden die Themen Trainings- und Wett­kampfsysteme, Kraft- und Schnellkrafttraining, Athletenentwicklung vom Talent zur Weltspitze und Technologien im Leistungssport aus trainingsprak­tischer und -wissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

So referierte Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Nordische Kombination und Skisprung beim Deutschen Skiverband, über die Schlüsselfaktoren zum Erfolg in diesen beiden Sportarten. Zum einen nannte er die einheitliche Gesamtphilosophie im Verband, zum zweiten den Erhalt eines guten und intakten Teamgefüges. „Die Atmosphäre ist durch nichts zu ersetzen“, sagte Hüttel.

Gerald Hönig, Damen-Bundestrainer Biathlon bis 2018, erläuterte die ergriffenen Maßnahmen nach Sotschi, um wieder erfolgreich zu sein. Und Andreas Stitzel, Biathlon Co-Trainer der Männer, verdeutlichte: „Wichtig: die Trainer müssen eine Sprache sprechen!“ Zudem ist ein Erfolgsfaktor, leistungsstarke Trainingsgruppen an einem Standort zu haben, resümierte Dr. Jürgen Wick, Fachbereichsleiter Ausdauer und Leiter der Arbeitsgruppe Trainings- und Wettkampfsystem.

In den fünf Arbeitsgruppen wurde intensiv diskutiert. So sagte Fachbereichsleiterin Dr. Antje Hoffmann: „Die Zeit war viel zu kurz.  Deshalb haben wir uns entschlossen, im nächsten Jahr das Thema zu Maßnahmen der erfolgreichen Entwicklung eines Nachwuchsathleten zum Elitesportler in einem Ganztages-Workshop zu besprechen.“

Aber auch in den anderen Arbeitsgruppen reichte die Zeit für Diskussionen und Erfahrungsaustausch nicht. Beispielsweise beim Thema Krafttraining. Welches ist nötig, um Geschwindigkeit zu entwickeln und wie kann man den Trainingseffekt diagnostizieren? „Es gibt noch sehr viel offene Fragen. Es ist mehr unklar als klar“, sagte Dr. Frank Lehmann, Fachbereichsleiter Kraft-Technik am IAT und Leiter der Arbeitsgruppe. Was sind geeignete Übungen, neben den klassischen. „Da gibt es noch ein wissenschaftstheoretisches Defizit“, resümierte der IAT-Wissenschaftler.

In der Arbeitsgruppe Technologien wurden die verschiedenen Projekte des  IAT wie die Entwicklung der unterschiedlichen Datenbanksysteme  vorgestellt. Zudem wurde diskutiert, was für die Verbände von  Interesse ist, sagte Dr. Ina Fichtner, Fachbereichsleiterin MINT am  IAT. Ein Fazit war auch, die Zusammenarbeit mit dem FES zu  intensivieren.

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