Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Vor Ort und zu Hause: IAT ist bei den Olympischen Spielen dabei!

Vor Ort und zu Hause: IAT ist bei den Olympischen Spielen dabei!

18.08.08 - Die Olympischen Spiele sind der Höhepunkt für jeden Spitzensportler, aber auch für die Wissenschaftler des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft. Denn wie die Athletinnen und Athleten arbeiten sie vier Jahre lang auf dieses Ereignis hin, unterstützen Trainer und Sportler wissenschaftlich bei Trainingssteuerung und Technikentwicklung, um Leistungspotentiale zu erkennen und optimal auszuschöpfen.
Vor Ort und zu Hause: IAT ist bei den Olympischen Spielen dabei!

Feuerwerk zur Eröffnung der Olympi­schen Spiele in Peking. Foto: H. Sandner

„Es ist wichtig, wenn unsere Mitarbeiter dort vor Ort sein können, wofür sie vier Jahre lang gearbeitet haben“, erklärt IAT-Direktor Prof. Arndt Pfützner, der selbst in der ersten Woche der Spiele in Peking weilte. Insgesamt sind neun Wissenschaftler des IAT vor Ort. Dass es nicht mehr sind, liegt an der begrenzten Zahl an Akkreditierungen, die den Spitzenverbänden zur Verfügung stehen.

Einer von ihnen ist Kanu-Experte Matthias Englert, der in der zweiten Wettkampfwoche die Wettbewerbe im Kanurennsport begleiten kann. „In Peking geht es in erster Linie um die Unterstützung der Trainer.  Wir filmen, messen und werten die Läufe aus, um Renntaktiken für die nächsten Runden festzulegen“, so Englert. Nach Einschätzung des Trainingswissenschaftlers gehen die deutschen Kanuten optimal vorbereitet in die olympischen Rennen. Den Feinschliff holten sich die Athleten zuletzt in Duisburg, wo noch einmal die Renntaktik, ein Stufentest im Einer sowie der Feinschliff in der Bootsbesetzung auf dem Programm standen. Nun müssen nur die Nerven mitspielen. „Der Druck ist natürlich hoch, aber den sind unsere Athleten gewohnt“, weiß Matthias Englert. 

Dagegen konnte Dr. Thomas Köthe, Fachgruppenleiter Wasserspringen,  sei­ne Schützlinge nur bis zur unmittelbaren Vorbereitung in China begleiten. Olympisches Silber und Bronze im Synchronspringen, die die deutschen Athleten bislang aus dem Wasser fischten, sind auch für den IAT-Experten der Lohn für seine langjährige wissenschaftliche Arbeit. Auf Basis von biomechanischen Unter­suchungen hat der Trainingswissen­schaftler gemeinsam mit Kollegen auf ver­schiedenen Parametern wie Anlauf oder Absprung basierende individuelle Technikleitbilder für die Athleten entwickelt. Diese wurden in der mehrjährigen Vorbereitung in der kontinuierlichen Arbeit mit Trainer und Sportler im Training Sprung für Sprung verinnerlicht.

Mit Parametern für verschiedene Situationen des Spiels arbeitet auch Dr. Berthold Fröhner, Fachgruppenleiter Volleyball, der mit Kollege Dr. Bernd Zimmermann bei den Olympischen Spie­len in Peking für den Internationalen Volleyball-Verband das gesamte Turnier dokumentiert. Mit Hilfe eines Informationssystems, das auf einer Software der Leipziger Firma CCC beruht, können die Wissenschaftler Tendenzen im internationalen Volleyball aufzeigen. So lässt sich aus den Spielbeobachtungen der letzten vier Jahre ausmachen, dass es zunächst einen Trend zu offensiverem, risikoreicherem Spiel gab, der dann aber umschlug zu mehr Taktik und Präzision, zur Reduzierung der Fehlerquoten sowie zu mehr Variabilität. Solche und weitere Informationen haben die Wissenschaftler auch erfolgreich in die Vorbereitung der deutschen Volleyball-Männer eingebracht, die sich erstmals seit 36 Jahren für Olympia qualifizieren konnten.

Vom IAT sind bzw. waren auch Dr. Hans-Dieter Heinisch und Roland Oswald (Judo), Dr. Jürgen Lippmann (Gewichtheben) sowie Dr. Hartmut Sandner und Heike Vorwerk (Ringen) in Peking.

Ob vor Ort oder zu Hause in Leipzig: während die IAT-Mitarbeiter mit den deutschen Athleten in Peking mitfiebern, hat der neue Olympiazyklus für sie längst angefangen. Anhand von Weltstands­ana­ly­sen werden die neuen Forschungsprojekte vorbereitet, die deutsche Spitzensportler auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London unterstützen sollen. Insofern wird die aus dem Fußball bekannte Formel hier etwas abgewandelt: schon während der Spiele ist vor den (Olympischen) Spielen.

Artikelaktionen