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Mess- & Informationssysteme entwickeln

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Mess- und Informationssysteme sind eine wesentliche Voraussetzung für eine wirksame und effektive Trainingssteuerung. Sie bilden die Grundlage für eine Trainingswirkungsanalyse, unterstützen aber auch immer stärker den eigentlichen Trainingsprozess.

Begriffsbestimmung

Mit dem Begriff Mess- und Informationssystem (kurz: MIS) wurden ursprünglich folgende zwei Weiterentwicklungen der Messplatztechnologie charakterisiert:

  1. Zusammenführung der vorher getrennt genutzten Technologien Rechentechnik, Messtechnik und Videotechnik in einem System.
  2. Entwicklung einer für die verschiedenen Einsatzfälle modifizierbaren Systemlösung für Messplätze.

Die Entwicklung der letzten Jahre ist vor allem durch Folgendes gekennzeichnet:

  • Mess- und Informationssysteme werden zunehmend dezentral eingesetzt.
  • Die Vielfalt der Datengewinnung wird immer größer. Das "klassische" Messen von ursächlich durch den Sportler erzeugten physikalischen Größen auf der Basis metrischer Mess-Skalen ist also nur noch eine Möglichkeit unter vielen und wird insbesondere im Leistungssport zunehmend von der Nutzung visueller Informationen ergänzt.
  • Die aktuell verfügbare Informationstechnik ermöglicht die Datenerfassung und wissenschaftliche Weiterverarbeitung dieser Daten problemlos auf demselben PC.

Damit wird der Aspekt des Informationssystems, d. h. eines komplexen Systems zur Akkumulation, Verarbeitung, Darstellung, Speicherung und Vermittlung von Informationen, zum dominanten Anwendungsaspekt des eingesetzten technisch-technologischen Systems. Wie aus der in Abb. 1 dargestellten informatischen Grundstruktur eines MIS deutlich wird, besteht der wesentliche Unterschied zu einem "reinen" Informationssystem in der Forderung nach Kommunikation mit den für das MIS typischen Geräten (Gerätesteuerung). Das können sowohl Trainings- oder Diagnosegeräte als auch die Messtechnik an originalen Wettkampfgeräten oder Videotechnik sein.

Abb. 1 Informatische Grundstruktur eines MIS (Wagner & Krug, 1998)
Abb. 1 Informatische Grundstruktur eines MIS (Wagner u. Krug, 1998)

 

Das MIS-Konzept des IAT

Unter dem Begriff MIS werden am IAT alle leistungssportspezifischen Informationssysteme zusammengefasst.

Aus technologischer Sicht werden die MIS gegenwärtig in folgende Klassen eingeteilt:

  • Messplätze basieren auf einem Trainings- oder Diagnosegerät mit integrierter Messtechnik sowie der erforderlichen Video-, Rechen- und Kommunikationstechnik. Beispiele: Laufband, Strömungskanal, Kanuergometer, Messplatz Wurf/Stoß.
  • Bildverarbeitungssysteme basieren auf der Erfassung und Verarbeitung von visuellen Informationen. Beispiele: Wettkampfanalysesysteme Schwimmen und Skisprung, utilius VS.
  • (Komplexe) Informationssysteme basieren auf einer klassischen Datenerfassung oder erhalten ihre Daten aus anderen Systemen. Beispiele: DBS Schwimmen, MIS "Sportmedizinische Belastbarkeitsdiagnostik".

 

MIS als Grundlage für die Trainingssteuerung

Die spezifischen Ansatzpunkte des Einsatzes von MIS im Prozess der Trainingssteuerung ergeben sich aus deren Wirkungskette. Ihre Darstellung wurde im Sinne eines sportartspezifischen Informationssystems leicht verändert (Abb. 2).

Abb. 2. Darstellung der Wirkungskette der Trainingssteuerung als sportartspezifisches Informationssystem
Abb. 2. Darstellung der Wirkungskette der Trainingssteuerung als sportartspezifisches Informationssystem

Die notwendige und sinnvolle Unterstützung der Trainingssteuerung durch MIS beginnt bei der Weltstandsanalyse, setzt sich fort bei der Leistungs- und Trainingsplanung und erfolgt schließlich vor allem bei der detaillierten Erfassung der Ursachen und Wirkungen des Trainingsprozesses in Form der Trainingsanalyse, Leistungsdiagnostik, Gesundheits- und Belastbarkeitsdiagnostik sowie der Wettkampfanalyse. Sie unterstützten aber auch immer stärker den eigentlichen Trainingsprozess und erhöhen bei ihrem Einsatz bei der Wettkampfsteuerung auch die Erfolgschancen in verschiedenen Sportarten. Alle genannten Prozesse liefern zunehmend umfangreichere Informationen, die in einem entsprechend leistungsfähigen Datenbanksystem gespeichert werden. Ein anspruchsvolles Ziel besteht darin, auf der Basis der gespeicherten Daten die Gesamteinschätzung zur Leistungsentwicklung und zur Wirksamkeit des Trainings im Sinne eines Expertensystems zu unterstützen.

 

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