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Sportartübergreifend vorausdenken

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Die Wissenschaftler widmen sich sportartübergreifenden Fragestellungen, um einen trainingswissenschaftlichen und technologischen Vorlauf in den Sportarten und Sportartengruppen zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Instituts steht die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Optimierung des Trainings- und Wettkampfprozesses mittels einer technologischen Forschungsstrategie, die als prozessbegleitende Trainings- und Wettkampfforschung  bezeichnet wird. Forschungsfragestellungen aus dem und für den Leistungssport lassen sich nicht unter standardisierten Laborbedingungen beantworten, sondern müssen für die Wahrung der ökologischen Validität in den Trainings- und Wettkampfprozess integriert werden.

Daher besteht das Ziel der prozessbegleitenden Trainings- und Wettkampfforschung in der Generierung trainingswissenschaftlich fundierter und problemadäquater Handlungsempfehlungen für den Trainer bzw. den Athleten zur Erhöhung der Wirksamkeit der Trainings- und Wettkampfpraxis. Prozessbegleitende Trainings- und Wettkampfforschung dokumentiert eine duale Forschungsstrategie, in der zwei aufeinander bezogene Aufgabenschwerpunkte bearbeitet werden.

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Im vordergründigen Aufgabenschwerpunkt, der Evaluationsforschung, geht es um die Umsetzung der gegenwärtigen Erkenntnisse der Theorie und Methodik des Trainings in die Leistungssportpraxis. Hierbei wird der Trainings- und Wettkampfprozess in seiner Wechselwirkung der leistungsrelevanten Faktoren permanent kontrolliert, Defizite und Reserven diagnostiziert, Trainings- und Wettkampfdaten protokolliert und vorliegende und übertragbare Erkenntnisse aus anderen Sportarten und Wissenschaftsdisziplinen integriert.

Im anderen Aufgabenschwerpunkt, der Anwendungsforschung, werden perspektivisch orientierte Handlungsorientierungen empirisch geprüft und bei Verifizierung in den Trainings- und Wettkampfprozess transformiert, die sich aus Entwicklungstendenzen (Weltstandsanalysen), aus der Weiterentwicklung sporttechnischer Leitbilder, aus der Veränderung von Leistungsstrukturmodellen, aus multivariaten statistischen Analyseverfahren, aus der Weiterentwicklung von Mess- und Informationssystemen sowie aus der Weiterentwicklung von Trainings- und Wettkampfgeräten ergeben. Hierbei sind für den Trainings- und Wettkampfprozess sowohl Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge als auch Kosten-Nutzen-Relationen zu beachten. Aufgrund des systemischen Charakters der prozessbegleitenden Trainings- und Wettkampfforschung handelt es sich um einen permanenten dynamischen Prozess, der nur durch kontinuierliche Forschungstätigkeit im Leistungssport das Potenzial für international konkurrenzfähige Leistungen deutscher Athletinnen und Athleten bietet.

Quellen:
Pfützner, A. & Sell, G. (2006). Prozessbegleitende Trainings- und Wettkampfforschung – eine Standortbestimmung. Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft, 13(1), 7-27.
Pfützner, A., & Sell, G. (2007). Prozessbegleitende Trainings- und Wettkampfforschung – eine Standortbestimmung. Leistungssport, 37(2), 9-13.

 

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