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Um die Verständlichkeit von wissenschaftlichen Darstellungen auf der IAT-Website zu verbessern, sind nachfolgend verschiedene Fachbegriffe, die an verschiedenen Stellen unserer Website auftauchen, anschaulich erläutert.

Angewandte Trainingswissenschaft - Biomechanik - komplexe Leistungsdiagnostik - Laktat - Messplatztraining - Mess- und Informationssystem

 

Angewandte Trainingswissenschaft

Die Angewandte Trainingswissenschaft ist eine Teildisziplin der Sportwissenschaft und charakterisiert sich durch eine athletennahe, sportartspezifische sowie sportartübergreifende, interdisziplinäre und komplexe Trainings- und Wettkampfforschung. Die untersuchten Fragestellungen leiten sich direkt aus Problemen der Sportpraxis ab. Gewonnene Erkenntnisse fließen im Nachgang wieder unmittelbar in die Sportpraxis ein und helfen somit, weitere Leistungsreserven zu erschließen. Zielstellung der Angewandten Trainingswissenschaft ist u. a. die Evaluierung des realisierten Trainings, die Erstellung sporttechnischer Leitbilder, die Erarbeitung von Trainingskonzepten und Konzepten strategischer Wettkampfführung, das Aufzeigen von Entwicklungstendenzen sowie die Entwicklung von Mess- und Informationssystemen für die Unterstützung von Training und Wettkampf.

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Biomechanik

"Die Biomechanik des Sports ist die wissenschaftliche Disziplin, die die sportliche Bewegung unter Verwendung von Begriffen, Methoden und Gesetzmäßigkeiten der Mechanik beschreibt und erklärt" (Ballreich, 1996).
Im Leistungssport werden besonders Fragen zur Optimierung von Bewegungsabläufen bearbeitet. Die Biomechanik bedient sich dabei zur quantitativen Beschreibung von Bewegungsabläufen folgender Messverfahren: der Weg-Zeit-Messung der Lage und Geschwindigkeit von Körpern (Kinemetrie), Kraftmessung der äußeren Kräfte (Dynamometrie) und der Aufzeichnung des elektrischen Aktivierungszustands des Muskels und des Innervationsverhaltens* (Elektromyografie).

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komplexe Leistungsdiagnostik (KLD)

Die komplexe sportartspezifische Leistungsdiagnostik (KLD) beinhaltet eine mehrdimensionale Bewertung der Leistungsvoraussetzungen des Athleten und integriert unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen (Trainingswissenschaft, Sportmedizin, Biomechanik). Ein entscheidendes Kriterium besteht darin, dass die Sportler in Bewegungsabläufen getestet werden, die spezifisch für Training und Wettkampf sind. Während der Testbelastung werden leistungsrelevante biologische und biomechanische Messgrößen erfasst. Das Ziel der KLD ist die Beurteilung des aktuellen Leistungszustands, die Erfassung der Anpassung leistungsrelevanter Funktionssysteme und die Überprüfung der Wirksamkeit des Trainings im langfristigen Leistungsaufbau. Die Trainingssteuerung stützt sich wesentlich auf die komplexen sportartspezifischen Leistungsprüfverfahren.

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Laktat

Laktat gilt neben der Herzfrequenz als bevorzugte Messgröße in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Mit zunehmender Belastungsintensität nimmt die Laktatkonzentration zu und erlaubt eine Beurteilung des beanspruchten Energiestoffwechsels (aerob, aerob/anaerob und anaerob). Bei der allgemeinen und sportartspezifischen Ergometrie findet der Zusammenhang zwischen Leistung/Geschwindigkeit und Laktat als sogenannte Laktat-Leistungs-Kurve diagnostische Anwendung. Eine Rechtsverschiebung kennzeichnet die Zunahme der aeroben Leistungsgrundlagen und Ökonomisierung im Energiestoffwechsel. Prinzipiell hängt die maximale Laktatbildung bei Wettkämpfen von der Belastungsdauer, der Leistungsfähigkeit und der beanspruchten Muskulatur ab. Glykogenmangel in der Muskulatur äußert sich in einer geringeren Laktatbildung.

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Messplatztraining

Messplatztraining basiert auf der Erfassung von Bewegungsparametern, häufig mit zusätzlichen synchronen Bildinformationen. Sofortige Soll-Ist-Vergleiche und Interpretationen für Sportler und Trainer dienen der Optimierung individueller sportlicher Techniken. Optional sind quantitative sowie qualitative Dokumentation und Evaluation des Techniktrainings möglich.

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Mess- und Informationssystem (MIS)

Unter dem Begriff Mess- und Informationssystem (MIS) werden am IAT alle leistungssportspezifischen Informationssysteme zusammengefasst. Aus technologischer Sicht werden die MIS gegenwärtig in folgende Klassen eingeteilt:
Messplätze
basieren auf einem Trainings- oder Diagnosegerät mit integrierter Messtechnik sowie der erforderlichen Video-, Rechen- und Kommunikationstechnik. Beispiele: Laufband, Strömungskanal, Kanuergometer, Messplatz Wurf/Stoß.
Bildverarbeitungssysteme
basieren auf der Erfassung und Verarbeitung von visuellen Informationen. Beispiele: Wettkampfanalysesysteme Schwimmen, Gewichtheben  und Skisprung, utilius VS.
(Komplexe) Informationssysteme basieren auf einer klassischen Datenerfassung oder erhalten ihre Daten aus anderen Systemen. Beispiele: Datenbanksystem (DBS) Schwimmen, MIS „Sportmedizinische Belastbarkeitsdiagnostik“.

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Wir sind bemüht, unser Glossar ständig nach den Bedürfnissen unserer User zu vervollständigen. Sollten Sie Fragen zu Begriffen und Darstellungen auf der IAT-Website haben, senden Sie uns diese bitte per Kontaktformular.

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