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"Gemeinsam an die Skispitze" erfolgreich abgeschlossen

05.06.2019 - Gemeinsam mit den Projektpartnern stellte das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft am Mittwoch in Oberwiesenthal die Ergebnisse zur Talententwicklung in Sachsen im Nordischen Skisport und Biathlon vor.
"Gemeinsam an die Skispitze" erfolgreich abgeschlossen

Projektleiter Ronny Fudel stellte gemeinsam mit Kollegen und Trainern die Projektergebnisse vor.

Die Talententwicklung im sächsischen Nachwuchssport in den Disziplinen Skisprung, Nordische Kombination, Skilanglauf und Biathlon hat sich nachhaltig verbessert. So wurde die Qualität der Nachwuchssichtung stabilisiert. Besonders der Leistungsfaktor Technik stand sportartübergreifend im Mittelpunkt. Dieser soll sich mit Hilfe des im Projekt entwickelten Leitfadens und den Maßnahmen zur Überprüfung weiter verbessern. Bei aller Freude über die Ergebnisse aus dem Projekt merkte Sepp Buchner, Sportlicher Leiter Skisprung/Nordische Kombination im Deutschen Skiverband (DSV), aber auch an: „Wir haben immer noch Probleme in der praktischen Umsetzung und hoffen deshalb, dass wir weiter auf die Unterstützung des IAT setzen können.“

Konkret entstanden sind im ersten Projektzeitraum unter ande­ren ein Instrument zur Technikbewertung im Skispringen und der Nordischen Kombi­nation, eine webbasierte Datenbank mit al­len persönlichen Leistungs-, Trainings- und Wettkampfdaten sowie eine Elternbroschüre, die Informationen für Nachwuchstalente auf dem Weg an die internationale Spitze gibt. Darüber hinaus wurden auch Teilprojekte zur Verbesserung der Laufleistung und Trainings­qualität im Biathlon initiiert. Im jetzt abgeschlossenen zweiten und letzten Projektzeitraum wurde auf diesen Ergebnissen aufgebaut. So erfolgte eine detaillierte Technikbewertung im Skisprung: individuelle Fehleranalysen werden aufgezeichnet. Diese bilden die Grundlage, um gemeinsam mit Trainern und Sportlern an der Fehlerbehebung arbeiten zu können. Dass dieses Teilprojekt von Erfolg gekrönt ist, zeigten die deutlichen Leistungssteigerungen der sächsischen Nachwuchsspringer beim Deutschen Schülercup.

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Dank an die Vertreter der Institutionen, die Skispitze intitiiert haben: v.l.n.r. Christian Dahms (LSB Sachsen), Dr. Franz Steinle (Deutscher Skiverband), Prof. Roland Wöller (SMI), Dr. Ulf Tippelt (IAT) und Heiko Krauße (SVS)

Und auch die Talententwicklung der Skilangläufer ist auf einen guten Weg gebracht worden. Das Ziel war laut Axel Teichmann, Technik- und Athletiktrainer im DSV, die Qualität der Technikausbildung zu erhöhen. So wurde eine Konzeption zur Ausbildung der Lauftechniken erstellt. Ein disziplinübergreifender Technikleitfaden und eine Technikbewertung nach dem Vorbild Skisprung steht nun Trainern und Sportlern zur Verfügung. Ziel war, für alle acht Lauftechniken Schlüsselpositionen mit Technikkriterien festzulegen. Als Ergebnis haben Wissenschaftler und Trainer die größten Schwächen der Nachwuchsläufer in der Körpervorlage und dem Timing erkannt. „All diese Fehler, die wir im Schülercup sehen, sehen wir bei den Sportlern auch später, bis hin im Hochleistungssport“, sagte Teichmann. Diese Erkenntnisse flossen in den Rahmentrainingsplan zur allgemeinen athletischen und skispezifischen Ausbildung ein. „Ohne das IAT wären viele Dinge so nicht möglich gewesen, und ich würde heute hier nicht so stehen können. Vielen Dank dafür“, resümierte Teichmann die Zusammenarbeit mit dem IAT.

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Axel Teichmann

Im Biathlon ging es um die Fragestellung, ob weniger Schießtraining im Grundlagentraining und stattdessen eine intensivere Lauftechnikausbildung langfristig zu besseren Ergebnissen führt. Als Ergebnis konnten die IAT-Wissenschaftler den Trainern wertvolle individuelle Auswertungen ihrer Sportler an die Hand geben.

Der Leiter des Nachfolgeprojektes Skispitze 2.0, IAT-Wissenschaftler Ronny Fudel, bedankte sich für die Vorarbeit der ersten Leiterin Edith Schulze. „Davon haben wir enorm profitiert, konnten direkt in die inhaltliche Arbeit einsteigen. In den Disziplinen Skisprung und Skilanglauf haben wir sehr gute Ergebnisse erzielt. Im Biathlon haben wir viel Impulswirkung für die Trainer erzielt.“ Auch der DSV sieht Nachhaltigkeit in dem sächsischen Modellprojekt: „Es ist erstmals gelungen, Wissenschaft und Nachwuchsleistungssport zu vereinen“, sagte DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger.

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Der sächsische Innenminister, Prof. Roland Wöller, im Podiumsgespräch mit Moderatorin Almut Rudel. Rechts: IAT Direktor Dr. Ulf Tippelt

Das Projekt „Gemeinsam an die Skispitze“ wurde ins Leben gerufen, um mit wissenschaftlicher Unterstützung die Talentidentifikation und -entwicklung im Nordischen Skisport und Biathlon in Sachsen zu verbessern. Initiiert wurde das Projekt vom Deutschen Skiverband (DSV), dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) und dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), dem in Leipzig ansässigen zentralen Forschungsinstitut des deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssports. Weitere Partner waren der Skiverband Sachsen, der Landessportbund Sachsen sowie der Olympiastützpunkt Sachsen. Das Sächsische Staatsministerium des Innern förderte den Nachwuchsleistungssport im Projekt seit 2014 zunächst über zweieinhalb Jahre mit 280.000 Euro, im Nachfolgeprojekt bis Juni dieses Jahres noch einmal mit 250.000 Euro. „Sachsen ist Sportland, besonders Wintersportland. Wir hatten einen wahren Medaillenregen bei den letzten Wintersportspielen abgesahnt, und da müssen wir etwas tun, damit es so bleibt. Und ohne den Nachwuchs, ohne die Breite, kriegen wir auch keine Spitze. Deswegen ist es wichtig, sehr systematisch, sehr frühzeitig, die Methoden, die wir haben, zu überprüfen. Deshalb haben wir im Vorfeld auf die Leistungssportreform gesagt: Ja wir machen das“, begründete Sachsens Innenminister Roland Wöller die Investition in das Projekt, das er als Erfolg ansieht.

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