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IAT-Kraftsymposium eröffnet

21.05.2019 - Am ersten Tag des IAT-Spitzensport-Symposiums „Kräftiger, schneller, ausdauernder?“ erfuhren die rund 170 Teilnehmer in vier Vorträgen sowie den FAQ-Beiträgen viel Grundlegendes zum Zusammenhang von muskulärer Leistung und Krafttraining.

Das richtige Krafttraining

Warum kann Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler seinen Speer so weit werfen? Allein ein Krafttraining zum Muskelaufbau ohne Trainingssteuerung reicht nicht für Spitzenleistungen. So individuell die Menschen sind, so individuell sollte im Idealfall auch ein Training zur Verbesserung der muskulären Leistung erfolgen. Nicht zu vergessen dabei ist auch noch die sportliche Leistung, die erbracht werden soll. So muss ein Speerwerfer anders trainieren als ein Gewichtheber. Deshalb widmet sich in diesem Jahr das zweitägige Spitzensport-Symposium vom 21. bis 22. Mai am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig dem Krafttraining. „Aktuell wird beispielsweise die Geschwindigkeit bei der Diagnostik und Trainingssteuerung im Krafttraining nur unzureichend berücksichtigt. Ziel muss jedoch der optimale Einsatz von Schnellkraft-, Maximalkraft- und Kraftausdauertraining im Zusammenhang mit der Technik sein. Hier ist die Bewegungsspezifik der einzelnen Sportarten zu beachten – nicht nur im Training, sondern auch bei der Diagnostik. Denn der Effekt des Krafttrainings lässt sich erst an der Kraftwirkung im sportlichen Bewegungsvollzug messen“, sagt IAT-Wissenschaftler Dr. Frank Lehmann. Er ist der Fachbereichsleiter Kraft-Technik am IAT. Zugleich ist Dr. Lehmann der Hauptorganisator des Spitzensport-Symposiums.

Neuer Messplatz zur Diagnostik der Kraftentwicklung

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EM-Silbermedaillengewinner Simon Brandhuber demonstriert mit Bundestrainer David Kurch (links) und IAT-Wissenschaftler Ingo Sandau den neuen Messplatz Gewichtheben.

Am Eröffnungstag stellte IAT-Wissenschaftler Dr. Ingo Sandau den neuen Messplatz Gewichtheben vor. Getestet wurde er von EM-Silbermedaillen-Gewinner Simon Brandhuber unter den Augen von David Kurch, Bundestrainer des Bundesverbands Deutscher Gewichtheber. Bisher wurde hauptsächlich die Videoanalyse des Hantelverlaufs im Messplatztraining genutzt, jetzt erfolgt gleichzeitig eine Aufzeichnung und Analyse des Körpers und der Kräfte während der Hebung. Mit diesem Verfahren ist es unter anderem möglich, Winkel und Drehmomente von der Hüfte bis zu den Füßen zu messen. Dr. Sandau kann so erkennen, in welchen Gelenken der Athlet die meiste Kraft erzeugt. Entsprechend individuelle Trainingsempfehlungen sind dann möglich, so das Ziel. Aber nicht nur Gewichtheber sollen in Zukunft von dieser Diagnostik profitieren, auch andere Athleten wie Ruderer oder Leichtathleten können diesen Messplatz nutzen, um genauer zu erfahren, an welchen Gelenken ihres Körpers die meiste Kraft zur Bewegungsrealisierung aufgebracht wird. Diese Erkenntnisse kann der Trainer dann für eine individualisierte Trainingsplanung und Trainingssteuerung nutzen. „Wir arbeiten sehr gern und sehr eng mit dem IAT zusammen, was auch die Individualisierung der Trainingsplanung von unseren Sportlern angeht. Und mit dem neuen Messplatz erhoffen wir uns, die individuellen Sportlerprofile noch besser beurteilen zu können, um dann die Trainingsgestaltung individuell anpassen und damit die verschiedenen Trainingsintensitäten direkt auf die Sportler zuschneiden zu können.“, sagte Kurch, nachdem der Messplatz offiziell übergeben wurde.

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