Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Tag 2 des IAT-Kraftsymposiums ganz im Zeichen des Erfahrungsaustauschs

Tag 2 des IAT-Kraftsymposiums ganz im Zeichen des Erfahrungsaustauschs

22.05.2019 - Nach einem Blick in das erfolgreiche Skilanglauf-Land Schweden, tauschten sich Wissenschaftler und Trainer über die Potenziale von Krafttraining und Diagnostik zur Entwicklung der muskulären Leistung aus.
Tag 2 des IAT-Kraftsymposiums ganz im Zeichen des Erfahrungsaustauschs

Prof. Hans-Christer Holmberg

Der zweite Tag des Spitzensport-Symposiums startete mit dem Vortrag des schwedischen Universitätsprofessors für Sportwissenschaften und Gründer des schwedischen Wintersportforschungszentrums, Hans-Christer Holmberg. Er gab interessante Einblicke aus seiner Forschung im Spitzensport mit dem Schwerpunkt Skilanglauf. „Von ihm haben wir wertvolle Anregungen erhalten“, sagte IAT-Wissenschaftler und Organisator des Symposiums, Dr. Frank Lehmann. „Der Erfahrungsaustausch mit internationalen Wissenschaftlern ist wichtig und gut.“

In den anschließenden drei parallel verlaufenden Arbeitskreisen widmeten sich die Teilnehmer der Entwicklung muskulärer Leistung aus verschiedenen Perspektiven. Jeweils sieben Referenten aus angewandter Wissenschaft und Praxis stellten Ansätze zu Krafttraining bzw. Diagnostik in verschiedenen Sportarten vor. Fazit: Egal, ob schnelligkeits-, kraft- oder ausdauerbetonte muskuläre Leistung entwickelt werden soll - es darf nicht nur die Kraft betrachtet werden, sondern auch die Geschwindigkeit. „Leistung ergibt sich aus Kraft und Geschwindigkeit“, erklärt Dr. Lehmann. Vor allem geht es im Hochleistungssport um die Individualisierung jedes einzelnen Sportlers. Und es gilt, spezifische Lösungen für die jeweils zu erbringende sportliche Leistung zu finden. So hat beispielsweise der Bundesstützpunkttrainer der Bob-Piloten in Alten­berg, Gerd Leopold, einen Einblick in seine Trainingspraxis gegeben. Er ist von einzelnen, abgetrennten Krafttrainingsblöcken abgekommen und nimmt beispielsweise schnelligkeitsbetonte Trainingseinheiten während des ganzen Jahres vor.

IMG_1533.jpg
Bob-Trainer Gerd Leopold berichtet in der AG Schnelligkeitsbetonte muskuläre Leistung über seine Ansätze und Erfahrungen

Ein weiteres Fazit aus allen Arbeitskreisen: die Struktur der Wettkampfbewegung sollte der Ausgangspunkt für die Ableitungen des Krafttrainings sein. Aus der Sportart Ringen stellte IAT-Wissenschaftler Ronny Lüdemann den ringenspezifischen Test vor, aus dessen Ergebnissen dann individuelle Trainingsempfehlungen gegeben werden können. Und der Bundestrainer Athletik/Technik im Skilanglauf, Axel Teichmann, zeigte auf, wie wichtig eine Rahmentrainingskonzeption für ein Athletiktraining ist. Und zwar in Abhängigkeit davon, was ein Sportler sportartspezifisch benötigt. So haben sich die Anforderungen an einen Skilangläufer in den vergangenen Jahren extrem verändert, entsprechend muss auch das Krafttraining angepasst werden.

Insgesamt zeigten sich die rund 170 Teilnehmer zufrieden mit dem Kraftsymposium. „Einiges war natürlich bekannt, aber es gibt immer wieder neue Impulse“, resümierte Jenny Wolf, Bundestrainerin Wissenschaft in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft.

Weitere Impressionen vom Symposium gibt es auf unserer Facebookseite:

Artikelaktionen