Koordinationstraining im Handball. Teil 1: Angriff

Wer die Sportart Handball in den letzten Jahren etwas genauer verfolgt hat, dem wird die deutliche Zunahme der Geschwindigkeit der Spielhandlungen aufgefallen sein. Durch verschiedene Regeländerungen (wie der "schnellen Mitte") ist diese Tendenz noch weiter verstärkt worden und erfasst alle Phasen des Spiels von der Spieleröffnung bis zum Torwurf als Abschlusshandlung. Diese kontinuierliche Tempoverschärfung führt zu einem ebenfalls angestiegenen Anspruchsniveau hinsichtlich der verschiedenen sportartspezifischen Leistungsfaktoren, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Den koordinativen Fähigkeiten wird dabei eine entscheidende Rolle zugeschrieben. Bewegungsgenauigkeit, Bewegungsgeschwindigkeit und Bewegungsrhythmus unter sich sehr schnell verändernden situativen Spielbedingungen, teilweise auch mit einem hohen psychischen Druck und über einen langen Zeitraum von 60 Minuten entscheiden über das sportliche Ergebnis. Dabei müssen die SpielerInnen unter verschiedenen Handlungs- und Bewegungsvarianten, und die weiter untergliedert in Einzel- und Gruppenhandlungen sehr schnell, oftmals intuitiv, eine Auswahlentscheidung treffen, in die (antizipierte oder real ablaufende) Handlungen von Mit- und Gegenspielern einbezogen sind. Mit diesem Themengebiet setzen sich Gustav Wilke und Jörn Uhrmeister sowohl aus sportwissenschaftlicher als auch trainingspraktischer Sicht auseinander. Nach einer kompakten trainingswissenschaftlichen Grundlegung stellen sie Beispiele für ein Koordinationstraining zu angriffsspezifischen Spielhandlungen im Handball vor. Dabei differenzieren sich zwischen der 1. Individualtaktik (mit Passen und Fangen, Tippern und Prellen, Schlagwurf mit Stemmschritt, Sprungwurf, Drehfallwurf und Täuschungshandlungen) und 2. gruppentaktischen Angriffsmitteln (mit Pass- und Lauftäuschung, Kreuzen und Wechseln, Sperren mit Absetzen, Parallelstoß) sowie 3. mannschaftstaktischen Angriffsmitteln (mit generellen Angriffskonzepten, Handlungsketten, dem gezielten Gegenstoß sowie der schnellen Mitte). Für jedes der Einzelthemen werden Grundübungen und Übungsvarianten vorgestellt, die schnell in den Trainingsprozess integriert werden können. Die Ideen eignen sich aber auch dazu, dass Trainer für ihre Teams zugeschnittene Varianten einsetzen, die sie aus den Grundübungen weiterentwickelt haben.
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Subjects: handball coordinative ability attack training method motor skill movement action movement precision movement co-ordination training exercise exercise offer tactics
Notations: training science sport games
Published: Köln Sportverlag Strauß 2009
Edition: Köln: Sportverlag Strauß, 2009.- 123 S.
Series: Training der Bewegungskoordination, 5
Pages: 123
Document types: book
Language: German
Level: intermediate