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Diagnostik der Sprungleistung im Handball. Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur Leistungsbewertung und Trainingssteuerung

Handball gehört zu den Sportarten, die durch eine sehr komplexe Leistungsstruktur mit sehr vielen Leistungsfaktoren geprägt ist. Innerhalb dieser nimmt die Sprungleistung in ihren sehr unterschiedlichen positionsspezifischen Ausprägungsformen eine sehr wichtige Rolle ein. Es gibt eigentlich keine Spielposition, auf der im Handball nicht sehr gute Sprungfähigkeiten über das gesamte Spiel hinweg erforderlich sind, um letztlich sportlich erfolgreich zu sein. Die Sprungfähigkeiten sind dabei mit weiteren konditionellen Leistungsfaktoren, aber auch Bewegungsfähigkeiten und -fertigkeiten verknüpft. Und es ist auch wichtig zu beachten, dass die Sprünge oftmals unter gegnerischem, räumlichem oder zeitlichem Druck ausgeführt werden müssen, wie sie sowohl im ausgeruhten Zustand als auch im Zustand partieller Ermüdung oder Erschöpfung von Handballspielern gefordert werden. Im regelmäßigen Athletiktraining mit Blick auf die langfristige Leistungsentwicklung muss der Sprungausbildung deshalb eine zentrale Bedeutung beigemessen werden. Die Integration von Sprungtraining erfordert aber auch eine sehr genaue Kenntnis des aktuellen Leistungsstands der einzelnen Spieler einer Mannschaft. Verbunden damit ist es wichtig, insbesondere im leistungssportlichen Training, sowohl intraindividuelle als auch interindividuelle Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen, um das Sprungkrafttraining optimal gestalten zu können. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung, die die Ermittlung der altersbezogenen Sprungkraft und Sprungfähigkeiten innerhalb der Talentsichtung spielt, wenn dafür geeignete Verfahren eingesetzt werden und auf einen Vorrat an Längsschnittdaten zurückgegriffen werden kann. Ist beides gegeben, können bestmögliche Prognosen zur Entwicklung der Sprungkraftleistung junger Handballerinnen und Handballer getroffen werden. Diesem komplexen Thema hat sich Sascha Gail angenommen und dazu die relevanten Themen umfassend analysiert und präsentiert. Dabei geht es ihm sowohl um wissenschaftlich gesicherte Aussagen zu Sprungkrafttests (ganz allgemein) und ihrer Einsetzbarkeit in der Sportart Handball. Dies ist für ihn eine entscheidende Voraussetzung, um daraus ein handballspezifische Sprungkraftdiagnostik mit dem Ziel zu entwickeln und zu überprüfen, diese sowohl für die Trainingsplanung und Belastungssteuerung einzusetzen, mit diesen diagnostischen Werkzeugen aber auch eine individuelle Leistungsbewertung vornehmen zu können. Dies wiederum setzt voraus, dass man sich intensiv mit den Grundlagen und Bedingungen von Sprüngen im Handball aus unterschiedlichen Perspektiven (Biomechanik, Sportmotorik, Handballspezifik) befasst, was dem Autor ein eigenständiges Kapitel wert war. Im Abgleich damit entwickelt Sascha Gail ein vierteiliges Diagnoseset, mit dem - die Reichhöhe im Stand, - die Reichhöhe im Sprung mit beidbeinigem Absprung, - die handballspezifische Reichhöhe (bei einem einbeinigen Absprung) und - die Abwurfhöhe ermittelt wird. In der Weiterführung untersucht er, wie ein reliabler und valider Sprungkrafttest im Handball organisiert werden sollte, welche Daten wie erfasst werden, wie der technische Bewegungsablauf in der Testausführung aussehen soll (im Sinne Testmanual). Tests mit leistungsstarken Handballspielern aus dem Nachwuchs- und Seniorenbereich ergaben eine ausreichende Reliabilität und Validität.
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Subjects: handball jump performance diagnostics diagnostics test performance training planning investigation method performance structure performance factor
Notations: sport games training science
Published: Hamburg Verlag Dr. Kovac 2014
Series: Schriften zur Sportwissenschaft, 121
Pages: 127
Document types: book
Language: German
Level: advanced