Epidemiology of pediatric sports injuries - Team sports

Ein ausgewiesenes Expertenteam hat erstmalig in dieser Komplexität sowohl die Ursachen als auch Mechanismen von häufig auftretenden Verletzungen in ausgewählten Einzelsportarten für das Kindes- und Jugendalter analysiert. Die beiden Herausgeber des Bandes stellen dabei im einleitenden Kapitel eine Reihe von Besonderheiten der Mannschaftssportarten vor, die bei der Betrachtung des Verletzungsgeschehens stets Beachtung finden müssen (z. B die Interaktion innerhalb der eigenen Mannschaft, aber auch mit Bezug zu den Spielern des gegnerischen Teams oder die Tatsache, dass es sich bei den Mannschaftssportarten nahezu ausschließlich um Kontaktsportarten handelt). Der Verweis auf einige Besonderheiten des kindlichen und jugendlichen Entwicklungsprozesses des Körpers fehlt an dieser Stelle ebenso wenig wie die Erwähnung der Individualität von Wachstumsprozessen, die wiederum eine nicht unwesentliche Rolle bei Verletzungen in Mannschaftssportarten spielen kann. In nicht weniger als sechs Sportarten (Baseball, Basketball, American Football, Eishockey, Rugby und Fußball) wurde systematisch folgenden Fragen nachgegangen und nach wissenschaftlichen Analysen und Belegen für das Verletzungsgeschehen in diesem Altersbereich gesucht: Wann und wie treten Verletzungen auf? In diesem Teilkapitel werden sowohl Fragen der Trainingshäufigkeit und -intensität angesprochen als auch das Alter der Sportler zum Zeitpunkt der Verletzung. Wodurch sind diese Verletzungen gekennzeichnet? Die Autoren stellen sowohl Erkenntnisse zum Zeitpunkt der Verletzung (z.B. Zeitpunkt in der Saison), zur Situation, in der es zur Verletzung kam (z.B. Training oder Wettkampf) als auch zur Lokalisierung der Verletzung vor. Handelt es sich um leichte, mittlere oder schwere Verletzungen? Dabei wird sowohl eine Bewertung aus medizinischer Sicht für die einzelnen Verletzungen vorgenommen als auch aus sportlicher Sicht. Lassen sich spezifische Risikofaktoren für diese Verletzungen beschreiben? Wenn ja, welche sind das? Von den Autoren wurden sowohl interne als auch externe Faktoren untersucht, die eine Ursache für Verletzungen sein können, bzw. deren Vorhandensein zu einem erhöhten Risiko führen (können). So wurden zum Beispiel das Leistungsniveau der Sportlerinnen und Sportler oder ihre körperbaulichen Voraussetzungen für die jeweilige Sportart analysiert. Welche präventiven Maßnahmen lassen sich ergreifen? Auf der Grundlage der vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen wurden Vorschläge für Präventionsprogramme summarisch zusammengetragen und vorgestellt. Daraus werden einzelne Empfehlungen formuliert, denen eine besondere Bedeutung zukommen kann. Ähnlich wurde auch für das Kapitel verfahren, in dem die Frage erörtert wird, in welche Richtung zukünftige Forschungsprojekte zielen sollten. Diesem sehr wichtigen Thema widmen die Herausgeber auch ein gesondertes Kapitel, in dem noch einmal ein Überblick gegeben wird, an welche Stellen sich übergreifende Erkenntnisse zeigen, die wiederum in prophylaktische Programme (z.B. neuromuskuläre Trainingsprogramme) Einzug halten sollten oder die bei der Eliminierung von erkannten Risikofaktoren (z.B. durch den Einsatz geeigneter Hilfsmittel) Verwendung finden können. Gleiches gilt auch für die Anregungen, die in diesem Kapitel für Wissenschaftler gegeben werden, die sich diesem Themenfeld in der Zukunft zuwenden wollen. Die sportartspezifischen Kapitel folgen alle einer identischen inhaltlichen Struktur, was die "Navigation" erleichtert und die Vergleichbarkeit von sportartspezifischen Erkenntnissen fördert. Die Zusammenfassung in einer einleitenden "Bewertung" der sportartspezifischen Datenlage, den Haupterkenntnissen und den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen für die Betrachtung des sportartspezifischen Verletzungsgeschehens stellt ein weiteres, effektives Hilfsmittel im Umgang mit dem Buch dar, das für Sportärzte, Trainer, Sportlehrer, aber auch Eltern und Vereins- und Verbandsfunktionäre eine wichtige Lektüre darstellen sollte. Gleichzeitig liefern die Erkenntnisse aber auch Anregungen für die Diskussion von Wettkampfregeln, Ausrüstungsstandards oder Trainingsprogrammen, die spürbar über die Reflexion der aktuellen Situation hinausgehen.
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Subjects: injury etiology child youth sport prevention baseball icehockey rugby soccer
Notations: biological and medical sciences junior sports sport games
Published in: Medicine and Sport Science
Editors: J. Borms, M. Hebbelinck, A. P. Hills, D. J. Caine, N. Maffulli
Published: Basel Karger 2005
Edition: Basel, Freiburg, Paris, London u.a.: S. Karger AG, 2005.- 195 S.
Volume: 49
Pages: 195
Document types: book
Language: English
Level: advanced