Prävention von Schulterbeschwerden im Speerwurf – 6 Jahres Follow Up-Untersuchung

(Prevention of shoulder complaints in javelin throwing - 6 year follow-up examination)

Überkopf-Wurf- und Schlagsportarten führen aufgrund des spezifischen Bewegungsmusters zu hohen Belastungen innerhalb des dominanten Schultergelenks. Durch die regelmäßige Ausübung dieser Sportarten kommt es bekanntermaßen zu funktionellen und strukturellen Anpassungserscheinungen der oberen Extremität. Im fortschreitenden Verlauf dieser Adaptationen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Schulterüberlastungen und -verletzungen aufgrund der spezifischen einseitigen Belastung auftreten. Diese Beschwerden können auf wiederholte maximale Krafteinwirkungen in endgradigen Gelenkstellungen während der Wurf- oder Schlagbewegung zurückgeführt werden, die vor allem während der Ausholphase sowie in der Abbremsphase nach dem Abwurf auftreten. Die Steuerung von Umfang und Intensität des Wurftrainings kann einen großen Einfluss auf die Ausprägung eines GIRDs haben. Dies legen Untersuchungen nahe, die innerhalb einer Saison über Veränderungen von bis zu 7° berichten Shanley et al. (2012). Zum einen ist das GIRD als Risikofaktor anerkannt. Zum anderen konnte in dieser Untersuchung gezeigt werden, dass Speerwerfer mit einem geringeren GIRD im Jugendalter mit größerer Wahrscheinlichkeit verletzungsfrei bleiben und ihre leistungssportliche Karriere länger und erfolgreicher gestalten können. Trotzdem zeigen sich an der dominanten Schulter aktuell im Vergleich zur EU der dominanten Schulter und zur nichtdominanten Schulter der Speerwerfer und zur Kontrollgruppe zunehmend strukturelle Veränderungen im Bereich der ossären Insertionszone des Infraspinatus. Dieses Areal ist - biomechanisch gesehen - Traktionsbelastungen bei der Abbremsung der Wurfbewegung ausgesetzt und kann als ein Risikofaktor für (vorzeitige) artikulärseitige, posterolaterale Rotatoren-Manschetten-Läsionen angesehen werden. Zusammengenommen ergibt dies eine Forderung nach einem engmaschigen Monitoring der Beweglichkeit im Schultergelenk, insbesondere im Hinblick auf die hohe Innenrotationsfähigkeit und ein adäquates Balancing der exzentrischen Außenrotationskraft zur konzentrischen Innenrotationskraft. (vom Autor übern. gek.)
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Subjects: javelin throw longitudinal study shoulder injury flexibility strength joint movement maximal strength diagnostics throws prevention
Notations: training science biological and medical sciences strength and speed sports
Tagging: isokinetisch
Published in: BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2016/17
Published: Hellenthal Sportverlag Strauß 2018
Pages: 303-310
Document types: article
book
research paper
Language: German
Level: advanced