Qualitative Spielbeobachtung im Handball - eine Intervention im Jugendbereich

(Qualitative game observation in handball - intervention in youth handball)

Eine evaluativ angelegte Intervention durch die QSB findet bisher im Handball kaum Berücksichtigung. Zuletzt wurde diese Methode von Hansen (2001) im Beachvolleyball auf olympischem Niveau erfolgreich eingesetzt Die QSB kann in die Strategie der Evaluationsforschung eingeordnet wenden. Nach Rossi und Freeman (1985) versteht man darunter die Bewertung einer sozialen Intervention bezüglich ihrer Konzeption, ihrer Implementation, ihrer Wirksamkeit und ihrer Effizienz mit wissenschaftlichen Methoden. Im Zentrum der Evaluationsforschung steht also die soziale Intervention, hier die Arbeit mit der QSB, wie sie im Feld realisiert ist. Die konzeptionelle Fundierung ist geprägt durch das Ziel des Einsatzes computergestützter Spielbeobachtung, die eine Kopplung von Training und Wettkampf (Lames, 1994) ermöglicht. Die zentrale Frage lautet: Wie können Informationen über das Wettkampfverhalten rekurriert werden, um daraus Hinweise für trainingspraktische Handlungsanweisungen zu erhalten? Dieser Zweck von Spielbeobachtungssystemen im Leistungssport erfordert passende Methoden. Letztere sind in Vielzahl bereits seit der Nachkriegszeit erprobt und mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt worden. Vielen dieser Systeme wurde bereits damals die Ausblendung der taktischen Dimension vorgeworfen, denn ihnen fehlte eine explizite Bezugnahme zu Prozessen aus dem Spielgeschehen (Bremer, 1986). Ferner sind tradierte Systeme dem modernen Handball nicht mehr gewachsen, da sich die innere Struktur des Spiels signifikant verändert haL Auch die Methodologie bisherig durchgeführter Spielbeobachtungen ist als defizitär zu beurteilen (vgl. Malschoss, 1984). An dieser Stelle ist zu konstatieren, dass eine rein quantitative und systematisch angelegte Spielbeobachtung, mit der Zielstellung einen komplex-dynamischen Spielprozess darzustellen und hinreichende Informationen für die Trainingsstruktur zu generieren, als ungenügend bezeichnet werden kann. Perl (E-Mail, 2005) kommt in diesem Zusammenhang zu folgendem Fazit: .Das Problem ist: Strichlisten (auch elektronisch) gehen schnell, liefern aber keine vernünftigen Aussagen über den Spielprozess.
© Copyright 2006 Zukunft der Sportspiele: fördern, fordern, forschen - Tagungsband, 5. Sportspiel-Symposium. Published by University Press. All rights reserved.

Subjects: junior elite sport handball competition observation analysis evaluation
Notations: sport games junior sports
Tagging: Spielbeobachtung
Published in: Zukunft der Sportspiele: fördern, fordern, forschen - Tagungsband, 5. Sportspiel-Symposium
Editors: M. Raab, A. Arnold, K. Gärtner, J. Köppen, C. Lempertz, N. Tielemann, H. Zastrow
Published: Flensburg University Press 2006
Series: Schriftenreihe Human Performance and Sport, 2
Pages: 128-131
Document types: article
Language: German
Level: advanced