Moderne Trainingsmethodik - Eine Längsschnittuntersuchung aus der Leichtathletik

In der Leichtathletik gehört die Nutzung modernster Computertechnik zur Analyse (und auch Beeinflussung) des Bewegungsablaufs zu den eingesetzten sportwissenschaftlichen Standardmethoden. Für die vorliegende Publikation wurde in einem Zeitraum von drei Jahren (1997-1999) ein Team jugendlicher Mehrkämpferinnen in der Leichtathletik im Übergang vom Grundlagen- zum leistungsorientierten Aufbautraining wissenschaftlich begleitet. Dieser Altersbereich wird als entscheidend für die zukünftige leistungssportliche Orientierung betrachtet, da erstmals bewusst und zielgerichtet eine Leistungsorientierung verfolgt wird und sich zeigt, wie die sich daraus ergebenden vielfältigen Anforderungen gemeistert werden können. Insgesamt wurde über den gesamten Untersuchungszeitraum eine detaillierte Trainingsdokumentation und -analyse vorgenommen, die durch eine computergestützte Bewegungsanalyse in den leichtathletischen Disziplinen mit einem hohen Technikanteil wie den Hürden-, Wurf- und Sprungdisziplinen ergänzt wurde. Dabei wurde die übergreifende Zielstellung verfolgt zu prüfen, ob der Einsatz neuer Medien in Verknüpfung mit einer qualifizierten individualpädagogischen (auch im Kontrast zu einer autoritär-trainerzentrierten Lehre) Betreuung nachhaltig die sportliche Leistungsentwicklung beeinflussen kann. Die Arbeit gewinnt besonders dadurch an Wert, dass es sich nicht um die Präsentation und Diskussion abstrakter Theoriekonzepte handelt, sondern der Trainings- und Entwicklungsprozess in der Praxis zum Untersuchungsgegenstand gemacht wurde. Dies erforderte einen interdisziplinär angelegten Untersuchungsansatz, der sowohl erziehungswissenschaftliche Aspekte (primär Pädagogik und Didaktik) als auch die Trainingswissenschaft, die Biowissenschaften und Sportmedizin, die Biomechanik, Sportmotorik und Sportpsychologie einbezieht. Hier vertritt der Autor dezidiert die Auffassung, dass "die Forschung an und in der Praxis, in diesem Fall der Praxis des trainierenden Menschen, von fundamentaler, ja Sinn gebender Bedeutung für die Trainingswissenschaft ist." Dieser Arbeitsansatz spiegelt sich auch im Untersuchungsdesign und der Präsentation der Ergebnisse wider, die sich sowohl mit der didaktischen Begleitung der Jugendlichen im Training befasst als auch mit dem Einsatz modernster Technologie zur Unterstützung des Trainingsprozesses. Am Beispiel von sechs Sportlerinnen werden die eingesetzten Techniken im Hürdenlauf in ihrem Entwicklungsverlauf von 1997 bis 1999 und die Weitsprung- und Speerwurftechniken des Jahres 1999 analysiert. Eine Vielzahl von Bildreihen, Kinegrammen und Tabellen mit biomechanischen Parametern zeichnet ein sehr detailliertes Bild der leichtathletischen Techniken, der individuellen Unterschiede wie auch der Entwicklungsverläufe in der Hürdentechnik. Diese Methoden und ihre Ergebnisse werden abschließend wieder in eine individualpädagogische Perspektive und in den generellen Trainingsaufbau der untersuchten Jahre gestellt, da sie wieder in den Trainingsprozess einfließen (müssen), um eine Veränderung bzw. Leistungssteigerung zu erreichen.
© Copyright 2004 Published by Academia. All rights reserved.

Subjects: track and field female long-term performance build-up training method methodology training load organization load intensity analysis biomechanics movement computer auxiliary device software technique hurdles multiple event long jump javelin throw basic training build-up training junior elite sport
Notations: training science strength and speed sports
Published: St. Augustin Academia 2004
Edition: St. Augustin: Academia Verlag, 2004.- 256 S.
Pages: 256
Document types: book
Language: German
Level: advanced