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Ausdauertraining von Sportpferden bei unterschiedlicher Belastungsintensität und -dauer

(Endurance training of horses with differing load intensity and duration)

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, zwei verschiedene Formen des Ausdauertrainings von Sportpferden bei unterschiedlicher Belastungsintensität und -dauer miteinander zu vergleichen. Hierbei sollte ermittelt werden, ob bei gleichem Belastungsumfang, also zurückgelegter Strecke, die höhere Intensität einer leichten Galoppbelastung (Cantergalopp) den größeren Leistungsfortschritt bewirkt als eine weniger intensive Trabbelastung, die dadurch aber einen größeren zeitlichen Aufwand beansprucht. Zudem sollten zwei verschiedene Testverfahren auf dem Laufband und im Feld einander gegenübergestellt werden. Zu diesem Zweck wurde eine homogene Gruppe von neun Warmblutwallachen des Zuchtgebietes Hannover in eine Trab- und eine Galoppgruppe unterteilt. Beide Gruppen durchliefen eine achtwöchige Trainingsphase mit jeweils drei Ausdauertrainingstagen pro Woche. Während der Trainingsphase wurde die Belastungsintensität innerhalb der Gruppen nicht verändert, die Galoppgruppe trainierte durchgehend bei einer Geschwindigkeit von ca. 375 m/min, die Trabgruppe bei etwa 225 m/min. Der Belastungsumfang, also die pro Trainingseinheit zurückgelegte Distanz, war für beide Gruppen gleich und wurde im Verlauf der Trainingsphase von anfangs 3,5 km in Schritten von 500 m innerhalb von 6 Wochen auf 8,0 km angehoben und auf diesem Niveau für weitere 2 Wochen beibehalten. Um den Trainingserfolg zu überprüfen, wurden zu Beginn und am Ende der Trainingsphase Stufenbelastungstests auf dem Laufband sowie zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Trainingsphase zusätzlich im Feld durchgeführt. Bei beiden Testformen wurden die Trainingsfortschritte anhand der Parameter Blutlaktatkonzentration und Herzfrequenz bewertet. Im Anschluß an diese erste Trainingsphase erhielten die Pferde eine zehnwöchige Trainingspause, um die aufgebaute Ausdauerleistungsfähigkeit wieder abzubauen. Danach wurden die Gruppen umgekehrt, die vorher der Trabgruppe zugeteilten Tiere gehörten nun der Galoppgruppe an und umgekehrt. In dieser Formation wurde das Training noch einmal wiederholt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind: Das submaximale Training im Trab bewirkte deutliche, vielfach auch signifikant geringere Anstiege der Blutlaktatkonzentrationen während einer standardisierten Belastung auf dem Laufband in beiden Trainingsphasen sowie in der zusammengefaßten Gesamtgruppe. Analog dazu stiegen die Geschwindigkeiten, bei denen Blutlaktatkonzentrationen von 2 bzw. von 4 mmol/l erreicht wurden (v2 und v4), im Anschluß an das Trabtraining an. Die im Galopp trainierten Pferde erzielten nach Ende der Trainingsphase z.T. signifikant, zumindest aber in der Tendenz niedrigere Blutlaktatgehalte als vor dessen Beginn. Die v2- und v4- Werte konnten dementsprechend gesteigert werden. In beiden Gruppen ließ sich mit Hilfe der Blutlaktatkonzentrationen eine Leistungssteigerung nachweisen, die sich jedoch zwischen den beiden Trainingsformen nicht signifikant unterschied. Dennoch ließen sich nach Ende der Trainingsphasen Tendenzen zu stärker gesunkenen Blutlaktatgehalten sowie größeren Geschwindigkeitszunahmen der v2 und v4 in der Trabgruppe erkennen. Die Ergebnisse der Stufenbelastungstests im Feld deuten an, daß der maximale Trainingserfolg schon zwischen der vierten und der achten Trainingswoche erzielt war und es danach zu keiner weiteren Leistungssteigerung gekommen ist. Dies ging vermutlich mit dem Erreichen der Enddistanz von 8,0 km nach sechs Wochen einher. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Trainingsreiz nicht mehr weiter erhöht. Die Blutlaktatkonzentration von Sportpferden ist ein geeigneter Parameter, um Trainingsfortschritte nachzuweisen Eine trainingsbedingte Ruhebradykardie, ein geringerer Anstieg der Herzfrequenzen unter Belastung sowie ein schnelleres Absinken in der Erholungsphase konnte nach Ende der Trainingsphasen weder für die Trab- noch für die Galoppgruppe registriert werden. Ein Gruppenvergleich anhand der erzielten Herzfrequenzen bei den einzelnen Tests lieferte dementsprechend keine Unterschiede.
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Subjects: endurance load organization heart rate lactate equestrian sport
Notations: biological and medical sciences training science
Published: 2001
Document types: dissertation
Language: German
Level: advanced