"Ich höre nie auf!" Untersuchungen zum Verletzungsrisiko im Jugendhandball. Eine explorative Studie.

Der Deutsche Handballbund ist mit seinen mehr als 800 000 Mitglieder der größe nationale Verband in dieser Sportart. Diese sind in gut 34 000 Mannschaften aktiv. Mehr als 200 000 dieser Mitglieder sind jünger als 15 Jahre. Hinsichtlich der Verletzungsfrequenz liegt die Sportart insgesamt, aber insbesondere im Jugendbereich bei einem Vergleich mit anderen Sportarten an der Spitze. Die ursachen dafür liegen sowohl in sportartspezifischen Bedingungen (körperbetonte Aktionen, körperliche belastungen), aber auch in sozialen Zusammenhängen und strukturellen Problemen in Vereinen. All diesen Fragen wendet sich der Autor zu und unterzieht sie einer komplexen Betrachtung. Dazu bedinet er sich eines kombinierten Untersuchungsdesigns von Fragebogen (mit 220 Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren), qualitativen Interviews (mit zehn Sportler(inne)n) und Beobachtungsverfahren (10 Spiele). Inhaltlich setzt er sich mit folgenden Problemen auseinander: - Ausmaß und Schwere von Sportverletzungen - Verletzungssituationen - Belastungsgrenzen - Risikobereitschaft, Härt und Gesundheit - Wirken von Schiedsrichtern, Trainern und Spielern. Von großer Bedeutung, oftmals aber nicht minder großer Brisanz ist die summarische Feststellung, dass sich eine Reduzierung des Verletzungsrisiko leztlich nur im Wechselspiel zwischen Vereinsstrukturen, Sozialisationsmechanismen, jugendlicher Identitätssituation und handballspezifischen körperlichen Anforderungen vollziehen kann, die dann sowohl pädagogisch als auch trainingsmethodisch umgesetzt werden müssen. Der Abdruck sowohl des eingesetzten Fragebogens als auch von drei Interviews rundet das Bild dieser wichtigen Untersuchung ab. Sie regt zum Nachdenken und zum Suchen nach Wegen an, um das Verletzungsrisiko im Jugendhandball zu verringern. Deshalb sollten es Sportlehrer und Jugendtrainer in die Hand bekommen und kritisch hinsichtlich der Gesamtsituation in der Sportart, aber auch hinsichtlich ihrer eigenen Arbeit mit Jugendmannschaften lesen.
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Subjects: handball junior elite sport youth injury damage load muscle heart circulation bone joint vertebral column interview
Notations: biological and medical sciences sport games junior sports
Published: Immenhausen 2003
Edition: Immenhausen: Prolog Verlag, 2003.- 145 S. (Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung, Bd. 18)
Series: Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung, Bd. 18
Document types: book
Language: German
Level: intermediate