BISp-Report 2013. Bilanz und Perspektiven

Mit mehr als 27 Millionen Mitgliedschaften in seinen Vereinen gilt der organisierte Sport als größte Bürgerbewegung der Bundesrepublik Deutschland. Bedenkt man noch die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die vereinsungebunden trainieren und ihrem Sport nachgehen, verwundert es nicht, dass Spor...t unzählige Facetten aufweist, die es für Sportpolitik und Sportwissenschaft zu bedenken gilt.<br>Der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderte Sportentwicklungsbericht bilanziert in seiner aktuellen Auflage (2013/14), dass die „über 91.000 Sportvereine einen bemerkenswerten Beitrag zum Gemeinwohl in Deutschland<br>leisten“. Dazu zählt auch der gesundheitliche Aspekt – schließlich wirkt regelmäßige sportliche Betätigung präventiv gegen viele Volksleiden wie Herz-Kreislaufbeschwerden, psychischen Stress, Diabetes Typ 2 oder Erkrankungen des muskuloskeletalen Systems. In dieser Hinsicht zeigt das BISp u. a. mit seinem Förderschwerpunkt Rückenschmerz („RanRücken“), dass auch Erkenntnisse aus dem Spitzensport der Gesamtbevölkerung zu Gute kommen können. Die Idee des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder „ ,RanRücken‘ als Blaupause für andere Projekte“ zu nutzen, greift das BISp in Zukunft gerne auf und bietet sich damit auch für die Koordination gesundheitspolitisch motivierter Projekte mit Sportbezug an.<br>Im vorliegenden BISp-Report 2013 „Bilanz und Perspektiven“ stellen wir vor allem aktuelle Projekte im Kontext von Sport und Medizin vor, zeigen aber auch weitere Facetten des Sports auf, die das BISp momentan bearbeitet. Kurz vor dem Abschluss steht das Projekt „Plötzlicher Herztod“, das zu mehr Sicherheit in der EKG-Diagnostik nicht nur im Spitzensport, sondern auch im Freizeit- und Breitensport führen soll. Während im Normalfall risikobehaftete Herzerkrankungen durch regelmäßige sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen diagnostiziert werden können, bereiten trainingsbedingte physiologische EKG-Adaptationen bei Spitzensportlerinnen und -sportlern sowie ambitionierten Freizeitsportlerinnen und -sportlern bei der Interpretation und Bewertung noch Schwierigkeiten. Priv.-Doz. Dr. Bernd Wolfarth und Katharina Blume stellen in ihrem Beitrag die Methodik des Projektes sowie erste interessante Befunde vor.<br>In der Schlussphase befindet sich das von Priv.-Doz. Dr. Wolfarth verantwortete und nachfolgend beschriebene BISp- Projekt zur „Belastbarkeit und Trainierbarkeit aus internistischer Sicht unter besonderer Berücksichtigung des Immunsystems bei NachwuchsleistungssportlerInnen“. Neben der Erhebung klinischer Daten sowie von Infekt- und Immunparametern ist die Erfassung des Ausscheidens aus dem Leistungssport im Nachwuchsbereichdie sog. Drop-Outs, ein wichtiger Aspekt der Studie. Im Jahr 2014 sollen die zahlreichen Untersuchungen abgeschlossen werden. Für den Spitzensport im Nachwuchsbereich, so viel lässt sich bereits jetzt ableiten, ergeben sich aufschlussreiche Ergebnisse und Erkenntnisse bezüglich der physischen und psychischen Belastung bei Nachwuchsathletinnen und -athleten. Ebenfalls eine starke medizinische Komponente weist das Projekt „Regenerationsmanagement im Spitzensport“ (RegMan) auf, das gleichfalls die Trainingssteuerung unterstützt. Dr. Andrea Horn stellt in ihrem Bericht erste Zwischenergebnisse vor. Neben der Forschungsförderung bot das BISp 2013 mit dem 4. Symposium in der Reihe „Theorie trifft Praxis“ wieder eine Plattform für den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Leistungssport. Im Zentrum des Interesses stand dieses Mal der „Erfolgsfaktor Trainer: Bausteine erfolgreichen Trainerhandelns im Nachwuchs- und Spitzensport“. Über die Inhalte der Vorträge und Diskussionsrunden informieren PD Dr. Gabriele Neumann und Elena Sprenger.<br>Der gesamte organisierte Sport wäre undenkbar ohne die bauliche Infrastruktur, die es zu erhalten und den sich wandelnden Bedürfnissen anzupassen gilt. Das BISp ist deshalb auch auf diesem Gebiet aktiv. So sind wir für die Wissenschaft u. a. in vielen Ausschüssen des Deutschen Instituts für Normung (DIN) tätig – an 14 Sitzungen waren unsere Vertreter des Fachgebietes Sportstättenbau beteiligt, um die hohen Qualitäts- und Funktionalitätsstandards unserer Sportstätten zu sichern. In diesem Kontext widmen wir uns u. a. der Erforschung von Nachhaltigkeitskriterien für Sportanlagen, die Peter Ott skizziert. Die Nachhaltigkeit von Sportstätten ist bei der Vergabe von Großereignissen wie Fußball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen eine zentrale Forderung der entsprechenden internationalen Verbände, die gleichzeitig im Interesse der Ausrichterländer bzw. -städte liegt. Auch beim 23. Kongress der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen (IAKS), der 2013 wie gewohnt parallel zur Internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport- und Bäderanlagen (FSB) stattfand, stand dieses Leitthema im Mittelpunkt. Michael Palmen fasst die Präsentation des BISp auf der Messe zusammen.<br>Der Fachbereich II „Wissenschaftliche Beratung“, in dem neben dem Fachgebiet Sportstättenbau auch die Fachgebiete der Dokumentation, Information und Innovation angesiedelt sind, hat im Berichtsjahr auf verschiedenen Gebieten Neuerungen vorangetrieben. So werden die sportwissenschaftlichen Datenbanken in Kürze nicht nur einen neuen Anstrich erhalten und informationstechnisch auf den aktuellen Stand gebracht, sondern vor allem komplexere, über Facetten einschränkbare Recherchen sowohl über sämtliche BISp-Bestände als auch über externe sportrelevante Quellen ermöglichen. Gleichzeitig wurde mit den „BISp Online-News“ ein Newsletter zur aktuellen Medienberichterstattung über „Sport in Politik und Gesellschaft“ entwickelt, der seit 2014 täglich öffentlich zur Verfügung gestellt wird. Diese und weitere Entwicklungen des Fachbereiches stellt Dr. Robin Streppelhoff vor. Zum Ende des Jahres 2013 wurde der langjährige Leiter des Fachbereiches II, Dr. Carl Müller-Platz, in den Ruhestand verabschiedet. Er organisierte im November 2013 noch das Symposium „Dopingbekämpfung auf allen Ebenen“, bei dem sowohl die historische, naturwissenschaftliche als auch pädagogische Dimension seines Fachgebietes diskutiert wurde. Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute. Über weitere personelle Änderungen informiert Klaus Klein in den Personalnotizen. Unser Dank gilt nicht nur den verabschiedeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch dem wissenschaftlichen Beirat des BISp, der nach seiner dreijährigen ehrenamtlichen Amtszeit nun neu besetzt wird. Weitere Facetten der vom BISp geleisteten Arbeit werden durch die Auflistung unserer Transferleistungen im Jahr 2013 verdeutlicht. Dazu zählen nicht nur zahlreiche Veranstaltungen der verschiedenen Fachgebiete des Hauses, die teils in Eigenregie teils in Kooperation mit unseren Partnern in Wissenschaft, Politik und Sport durchgeführt wurden, sondern auch Veröffentlichungen und Vorträge. Ebenso wird das Engagement der Kolleginnen und Kollegen deutlich, die ihre Expertise der Sportpolitik zur Verfügung stellten. Davon profitierten unter anderem der Sportausschuss des Deutschen Bundestages und die Weltsportministerkonferenz<br>(MINEPS). - Vorwort von BISp-Direktor J. Fischer -
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Notationen: Leitung und Organisation aktuelle Informationen
Herausgeber: Bundesinstitut für Sportwissenschaft
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2014
Schriftenreihe: BiSp-Report
Seiten: 87
Dokumentenarten: Buch
Sprache: Deutsch
Level: niedrig