BISp-Report 2015/16. Bilanz und Perspektiven

Zweifelsfrei sind Medaillen ein Indikator erfolgreicher Spitzensportförderung. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) unterstützt deutsche Athletinnen und Athleten um „auf dem Platz" erfolgreich zu sein. Mit den für 2016 zusätzlich zur Verfügung gestellten Haushaltmitteln in Hö...he von drei Millionen Euro für die Förderung von Forschungsvorhaben und Transferprojekten auf dem Gebiet der Sportwissenschaft kann das BISp die wissenschaftlichen Bedarfe des Sports noch besser bedienen. So ist beispielsweise zur weiteren wissenschaftlichen Unterstützung des deutschen olympischen und paralympischen Spitzensports für das Jahr 2016 neben den bisherigen Wegen der Projektbeantragung mit den sogenannten Serviceforschungsprojekten eine neue Form der Projektförderung zur zeitnahen Bearbeitung aktueller Fragestellungen aus der Sportpraxis eingeführt worden. Darunter fallen Projekte, die in einem kurzen Zeitraum (9-12 Monate) mit einem geringen Forschungsanteil und hohen Betreuungs-/Anwendungsanteil zu bearbeiten sind. Dazu gehören Themen, die im Bereich der Trainings- und Wettkampfsteuerung, der Verfahrens- und Materialentwicklungen sowie weiterer praxisrelevanter Themenfelder angesiedelt sind und im Rahmen der prozessbegleitenden wissenschaftlichen Unterstützung kurzfristig benötigt werden. Konkrete Hilfe leisten dabei natürlich auch unsere Partner im Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport (WVL), dessen Evaluation ebenfalls in diesem Jahr abgeschlossen wird. Ein wichtiger Teil des langfristig angelegten WVL-Forschungsprogrammes ist dem Nachwuchsleistungssport gewidmet. Entsprechend informierte das BISp über die bisherigen Erkenntnisse auf diesem Gebiet bei einem Parlamentarischen Abend, über den auch im vorliegenden BISp-Report berichtet wird (Seiten 31-41). Um die bestmöglichen Entscheidungen auf dem Platz für Deutschland herbeizuführen, führt das BISp nicht nur die wissenschaftliche Qualitätssicherung der vom BISp geförderten Projekte durch, sondern auch die Erfolgskontrolle der vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) und vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) durchgeführten Projekte. Im Hinblick auf das FES übernimmt Sebastian Prenger als Fachgebietsleiter „Sporttechnologie" diese Arbeiten im BISp. Neben dieser grundlegenden Aufgabe initiierte er das Netzwerk „Wearables im Spitzensport (WISS)", das er in diesem Report (Seiten 51-57) gemeinsam mit dem Projekt zur „Entwicklung einer präventiven Kniegelenksorthese („PrävenThese") im professionellen Skirennsport" präsentiert. Die „PrävenThese" erhielt im Jahr 2015 den höchstdotierten Preis für Innovationen auf dem Gebiet der Sportorthopädie und Sporttraumatologie. Erfolgreiche Spitzensportförderung, die die ethische Dimension nicht aus den Augen verliert, zeigt sich aber auch durch Aktivitäten „neben dem Platz“, auf die das BISp ebenfalls seine Aufmerksamkeit lenkt. Dazu gehören Aspekte wie die duale Karriere und vor allem gesundheitliche Fragen. Die erfolgreiche Forschung zum WVL-Projekt „Individuelles Gesundheitsmanagement im Olympischen Nachwuchsleistungssport“ soll deshalb auch baldmöglichst in ein entsprechendes Transferprojekt münden. Eine Standortbestimmung und Ausrichtung des Fachgebietes Dopingbekämpfung legt Dr. Marc Wonneberger vor, indem er seine dort geplanten Maßnahmen im Rahmen der „Koordinierung, Beratung und Forschungsförderung zur Unterstützung eines humanen und dopingfreien Sports“ (Seiten 9–21) verdeutlicht. Grundlagen zur gesundheitlichen Prävention werden im BISp vor allem im Fachgebiet Sportmedizin erarbeitet, in dem u. a. die Themen Rückenschmerz und Schädel-Hirn-Trauma im Fokus stehen: Sowohl für den Spitzensport als auch für weite Teile der gesamten Bevölkerung werden die Ergebnisse der ersten Studien im Rahmen des Projektes RanRücken in die Praxis transferiert. Am 20. Oktober 2016 wird das BISp den Werdegang der Umsetzungsphase im Rahmen eines „Parlamentarischen Frühstücks“ präsentieren. Der Sport in Breite und Spitze erkennt zunehmend auch die Relevanz des Themas Schädel-Hirn-Trauma. Gemeinsam mit Partnern wie der ZNS Hannelore Kohl Stiftung oder der Stiftung „Sicherheit im Sport“ sensibilisiert das BISp erfolgreich für die Gefahren von Gehirnerschütterungen im Sport. Die vom BISp herausgegebene „Pocket-Card“, mit einer entsprechenden Schnelltestanleitung für den Spielfeldrand, ist bei Verbänden und Vereinen so stark gefragt, dass die erste Auflage in Höhe von 50.000 Stück bereits vergriffen ist und weitere 100.000 Karten bestellt werden mussten. Dass die kommunalen Sportanlagen die Basis der Spitzensportpyramide darstellen, ist allen Beteiligten in diesem System bewusst. Diese zivilgesellschaftliche Infrastruktur hat in den vergangenen Monaten aber auch in vielen Städten und Kommunen stark dazu beigetragen, Flüchtlingen eine Herberge zu bieten. Diese Belegung der Hallen vergrößert allerdings den Sanierungsbedarf, den einige Städte, Gemeinden und auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) anmelden. Das BISp stellt für dieses Problemfeld den „Leitfaden Nachhaltiger Sportstättenbau“ zur Verfügung, den die Projektnehmerin Prof. Dr. Natalie Eßig (Hochschule München) hier kurz vorstellt (Seiten 43–49). Im Sinne der Regierungs-Initiative „Digitaler Staat" hat das BISp als moderner Dienstleister des Bundes seine Präsenz im Internet modernisiert und erhöht. Dazu gehört das WISS-Netzwerk unter www.wiss-netz.de ebenso wie das Sportinformationsportal „SURF - Sport Und Recherche im Fokus" unter www.bisp-surf.de, in dem das BISp mit neuer Technologie seine öffentlichen sportwissenschaftlichen Datenbanken zur Verfügung stellt. Die Entwicklung dieses Beratungsinstrumentes wird von Tina Holzbach, Ruth Lütkehermölle und Thorsten Ziebarth erläutert (Seiten 59-65). Eine exklusive Beratungsleistung für die Bundespolitik stellt das BISp mit der Pressedokumentation Sport zur Verfügung, die laut ihrer jüngsten Evaluierung als überaus wertvoll für die tägliche Arbeit von fast drei Viertel aller Nutzerinnen und Nutzer eingestuft wurde. Dr. Robin Streppelhoff fasst die Ergebnisse der Evaluation zusammen (Seiten 67-71) und stellt einige wichtige sportpolitische Themen des Jahres 2015 im Spiegel der Pressedokumentation vor (Seiten 73-89). - aus dem Editoral von BISp-Direktor J. Fischer -
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Schlagworte: Bundesrepublik Deutschland Deutschland Forschung Forschungseinrichtung Sportmedizin Sportstättenbau Gesundheitssport Leistungssport Nachwuchsleistungssport Datenbank Doping Muskel 2016
Notationen: Leitung und Organisation aktuelle Informationen
Herausgeber: Bundesinstitut für Sportwissenschaft
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2016
Schriftenreihe: BiSp-Report
Seiten: 104
Dokumenttyp: Buch
Sprache: Deutsch
Level: mittel